Der Kampf gegen das Wegwerfen im Bezirk Neunkirchen. Die Regierung möchte gegen die Lebensmittelverschwendung vorgehen. Lokale Organisationen von großer Bedeutung.

Von Nadine Gasteiner. Erstellt am 16. Juni 2021 (04:41)
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Das Team der „Tafel“ kurz vor der Warenausgabe in Gloggnitz: Bezirksstellengeschäftsführer Horst Willesberger, Teamleiterin Monika Ziegler, Uschi Svitak, Christof Sauerzapf, Roswitha Aigner und Elfi Gruber.
Gasteiner, Gasteiner

Die österreichische Regierung sagt der Lebensmittelverschwendung den Kampf an. Es soll gezielt daran gearbeitet werden, dem Problem langfristig entgegenzuwirken.

Hierfür von besonderer Bedeutung sind lokale Organisationen, die nicht nur einen unverzichtbaren sozialen Beitrag für die Gesellschaft leisten, sondern auch dem Überfluss an Lebensmitteln entgegenwirken. Im Bezirk Neunkirchen bieten die drei „Team Österreich“-Tafeln einkommensschwachen Menschen eine Hilfestellung, ihren Grundbedarf an Lebensmitteln unentgeltlich zu decken.

Monika Ziegler, Teamleiterin der „Tafel“ Gloggnitz berichtet, dass die Lebensmittel ihren Weg über Einzelhändler, Bäcker, Märkte, fixe Spender und fallweise auch über Bauern zur „Tafel“ finden. Wie viel hier für die wöchentliche Warenausgabe zusammenkommt, ist immer unterschiedlich. Ziegler berichtet von 500 bis 1.200 Kilogramm pro Woche an Lebensmitteln. Doch wie läuft der Prozess der Ausgabe ab? Wenn am Samstag die „Tafel“ in Gloggnitz stattfindet, meldet man sich davor telefonisch an. Seit vergangener Woche bekommt man wieder einen Zeitpunkt zugewiesen und kann innerhalb von fünfzehn Minuten seine benötigten Lebensmittel selbst aussuchen. „In der Regel ist hier ein Mitarbeiter für drei Warentische verantwortlich“, erklärt die Teamleiterin. Ziel ist, dass nichts auf den Tischen überbleibt, jedoch jede Person das bekommt, was es für den täglichen Grundbedarf benötigt.

Einen ebenso großen Anteil an Hilfestellung übernimmt das Team des „SOOGUT“-Sozialmarktes in Ternitz. Hier soll für geringen Preis wie im regulären Supermarkt eingekauft werden können. Pressesprecherin Urusla Oswald erklärt: „Unsere Kunden sollen die Waren so präsentiert bekommen, wie sie im normalen Supermarkt auch zu finden sind.“ Hierbei steige die Masse an Lebensmitteln jährlich stetig an. Oswald berichtet von 1.900 Tonnen im Jahr 2019 und 2.300 Tonnen letztes Jahr.

Wie sich die Lebensmittelverschwendung vor allem im privaten Raum ändern könnte, ist für die lokalen Organisationen klar: Zum einen sollte der eigene Einkauf bewusster ausfallen. Rot-Kreuz-Bezirksstellengeschäftsführer Horst Willesberger: „Gezielter einkaufen und nur das kaufen, von dem ich glaube, dass ich es brauchen werde.“ Dem stimmt auch Oswald zu und erwähnt ergänzend: „Bewusstseinsbildung bei den Menschen, Aufklärung über das Mindesthaltbarkeitsdatum und auch Einkochen oder Einfrieren. Das, was bei unseren Urgroßmüttern der Alltag war und dem durch die Schnelllebigkeit von heute leider weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird.“

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