Fußballvereine im Bezirk Neunkirchen in Gefahr. Die Anzahl der Fußballvereine hat in diesem Jahr einen historischen Tiefststand erreicht.

Von Franz Amschl. Erstellt am 23. Juli 2019 (03:29)
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Zehn Fußballvereine in NÖ zogen heuer die Reißleine und stellten den Spielbetrieb ein. Vereine im Bezirk Neunkirchen sind zum Glück nicht betroffen, aber das Beispiel des UFC St. Peter am Wechsel ist noch nicht allzu lange her.

Nach der Saison 2013/2014 wurde der Spielbetrieb eingestellt, nachdem man sich die Jahre davor mehr schlecht als recht durch die Meisterschaft schleppte. Zu groß war schlussendlich der Schuldenberg, mit dem man sich den Aufstieg in die 1. Klasse Süd einige Jahre zuvor erkauft hatte.

Seither liegt die Sportanlage, die sich zum damaligen Zeitpunkt in einem einwandfreien Zustand befand, nunmehr brach und ohne Verwendung.

Kooperations-Angebote nicht angenommen

„Es ist sehr schade, dass junge Einwohner nun in eine Nachbargemeinde fahren müssen, um Fußball zu spielen. Die Gemeinde hat alles versucht, um den Verein am Leben zu erhalten. Wir haben auch umliegenden Vereinen Kooperationen angeboten, leider ohne Erfolg“, so Bernhard Brunner, ÖVP-Bürgermeister der Gemeinde Aspangberg-St. Peter.

„Sollte es in den nächsten ein bis zwei Jahren keine Möglichkeit geben, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, wird die Sportanlage rückgebaut und in eine landwirtschaftliche Nutzfläche umgewandelt“, wäre laut Brunner dann die letzte Chance auf Fußball in Aspangberg-St. Peter vorbei. „Das wäre schade, da die Anlage wirklich sehr schön und gut ist.“

Andere Vereine im Bezirk, wie zum Beispiel der SV Grünbach oder der SV Willendorf, hatten in den letzten Jahren auch Probleme, mussten um Sondergenehmigungen beim Verband ansuchen, um im Meisterschaftsbetrieb zu verbleiben.

„Es ist sehr schade, dass junge Einwohner nun in eine Nachbargemeinde fahren müssen, um Fußball zu spielen", Bernhard Brunner

Der SV Grünbach setzte ein Jahr aus dem U23-Bewerb aus, da es fast unmöglich war, Woche für Woche eine Reservemannschaft zu stellen. Mittlerweile hat sich der Verein wieder erholt.

„Ein Grund für die Schwierigkeiten von Vereinen, genügend Spieler zu stellen, ist die Tatsache, dass in den letzten Klassen Summen bezahlt werden, bei denen drittklassige Fußballer so viel Geld verdienen wie bei einem Nebenjob“, sieht der Sportliche Leiter des SV Grünbach Markus Schönleitner ein Übel in der Bezahlung eines Hobbys.

Auch für Willendorf-Sektionsleiter Hans Katits gibt es viele Gründe, warum ein Verein in Probleme geraten kann.

Grabner
Bernhard Brunner, Bürgermeister von Aspangberg-St. Peter, ÖVP.

„Vor allem will sich kaum noch jemand ehrenamtliche Funktionärstätigkeit antun. Es ist auch kein Honiglecken, vor allem wenn ein Verein von einer Handvoll Leuten geführt wird. Der Aufwand ist groß, je weniger Leute mithelfen, desto höher ist die Belastung bei jedem einzelnen. Bricht einer weg, kann das in einem großen Team leichter aufgefangen werden, als wenn man ohnehin nur zu viert ist“, weiß Katits, wovon er spricht.

"Bezug zum Verein fehlt"

Sein Verein musste vor einigen Jahren um die Befreiung von der Eigenbauspielerregelung ansuchen, da sich keine einheimischen Spieler mehr im Kader befanden. Mittlerweile sind die Spieler zwar zu Eigenbauspielern geworden, wirklich aus der Umgebung von Willendorf kommt aber kaum einer.

„Der Bezug zum Verein fehlt somit. Es ist traurig, wenn die Spieler alle von auswärts kommen“, seufzt Katits. „Ohne der Unterstützung von Gemeinden wird es immer schwerer. Ich befürchte, dass St. Peter nicht der letzte Verein im Bezirk gewesen ist, der seine Pforten schließt.“

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