Umstrittenes Projekt: Pittener sind jetzt am Wort. Bürger entscheiden am Sonntag über umstrittenes Projekt.

Von Tanja Barta. Erstellt am 15. Mai 2019 (04:00)
Johannes Authried
Plakatkampagne. Die Initiative „Wir für Pitten“ wirbt für ein „Ja“ bei der Abstimmung. Im Bild: Walter und Brigitta Stangl, Christa und Herbert Grünwald sowie Martin Wedl. Bürgerforum-Gemeinderat Oliver Strametz unterstützt diese Meinung.

Am 19. Mai ist es soweit. Die Bürger der Marktgemeinde werden zur Wahlurne gebeten, um zu entscheiden, wie es mit dem Hochwasserschutzprojekt sowie der Firma Hamburger, die ihren Standort direkt im Ort hat, weitergehen wird.

„Soll die Marktgemeinde Pitten eine Sperre erlassen, die eine Umwidmung von landwirtschaftlichen Flächen in Industrieflächen oder Grünland-Abfallbehandlungsflächen für die Dauer von 15 Jahren verhindern?“ – genauso lautet die Fragestellung, der sich die Pittener diesen Sonntag stellen müssen. Die NÖN hörte sich vorab etwas um und fand in beiden Lagern starke Vertreter.

„Ich will nicht, dass Hamburger ausbaut!“

So gibt es jenes Lager, das mit Sicherheit „Ja“ ankreuzen wird. Nicht nur die Initiative „Wir für Pitten“ mobilisiert dafür, auch Bürgerforum-Gemeinde Oliver Strametz hat eigens Plakate gestaltet, um so viele wie möglich davon zu überzeugen.

Barta
So sieht eine der Varianten aus, die vielen sauer aufstößt. Jene Fläche in violett würde dabei in Industrieland für die Erweiterung der Firma Hamburger umgewidmet werden. Die blaue Fläche stünde dann für den Hochwasserschutz zur Verfügung.

Er hat erst vor wenigen Wochen die erste Alternative vorgestellt, bei dem eine Winkelstützmauer als Hochwasserschutz dienen soll. Eine Erweiterung der Firma Hamburger wäre dabei nicht möglich. Ins selbe Horn stößt dabei Grüne-Gemeinderätin Eva Maria Moidl. Sie spricht sich ganz klar gegen eine Erweiterung aus: „Ich will nicht, dass die Firma Hamburger ausbaut!“.

Keine Erweiterung wäre „Katastrophe“

Ganz anders sehen das natürlich die Firma Hamburger selbst sowie nahezu der Rest der Gemeindepolitik. ÖVP und FPÖ stellen sich bei dieser Abstimmung quer und werben dafür, „Nein“ anzukreuzen. Besonders der Betriebsrat der Firma (siehe links) – diese zählt momentan um die 300 Mitarbeiter – macht Stimmung gegen die Volksbefragung.

„Es wäre eine Katastrophe, wenn die für 15 Jahre eine Bausperre hätten“, so die beiden Betriebsräte Bernd Wagner und Hermann Dekker. Auch die Volkspartei spricht sich klar dagegen aus und will für „Nein“ stimmen. Laut ihr sei es besser, eine gemeinsame Lösung zu finden. Derselben Meinung ist auch FPÖ-Mandatar Christoph Schuh, der sich ebenfalls gegen eine Bausperre stellt: „Ich werde weder als Gemeinderat noch als mitbestimmender Bürger dieser Marktgemeinde für einen auferlegten Bann stimmen, welcher die Einschränkung eines Traditionsbetriebs fordert!“

FPÖ
Auch die Freiheitlichen werben, wie die ÖVP, für ein „Nein“ bei der Volksbefragung. Im Bild: Die beiden Gemeinderäte Karl Stollwitzer (Seebenstein) und Christoph Schuh (Pitten), Landtagsabgeordneter Jürgen Handler, Franz Edelhofer, Michael Reiterer und Betriebsrat Michael Wöhrer.

Die SPÖ Pitten gibt grundsätzlich keine Wahlempfehlung ab, aber: „Ich als Bürgermeister werde mit ‚Nein‘ stimmen“, so Helmut Berger. In seinen Augen müssten sich nun generell die Wogen glätten: „Man spielt nicht mit der Sicherheit der Bevölkerung und mit jener von Arbeitsplätzen!“

Mehr über die Volksbefragung, etwa aus Sicht der Fa. Hamburger, lest ihr in der aktuellen NÖN-Printausgabe!