Eschen mussten weg. Weil Kettensäge zum Einsatz kam, kritisiert Grüne-Gemeinderat Josef Kerschbaumer einmal mehr die Gemeindespitze. ÖVP-Ortschefin Michaela Walla verweist auf die Sicherheit.

Von Tanja Barta. Erstellt am 06. September 2019 (11:43)
Grüne Warth
Diese Bäume mussten laut Gemeinde aus Sicherheitsgründen entlang des Eurovelo in Warth geschlägert werden.

Wenn „Am Bacherl die Musi spielt“, dann trifft sich fast ganz Warth bei der Wehr, direkt neben dem Radweg Eurovelo. Dieser ist seit einiger Zeit jedoch gesperrt. Die entlangführenden Eschen machten Probleme und mussten deshalb entfernt werden. Für Umweltgemeinderat Josef Kerschbaumer (Grüne) eine viel zu voreilige Reaktion.

NOEN
Josef Kerschbaumer (Grüne) hätte sich mehr Initiative seitens der Gemeinde gewünscht.

„In den meisten Fällen ist das Umschneiden von Eschen gerechtfertigt und ich äußere mich auch nicht dazu. Bei einem derart wertvollen Naherholungsplatz für die Bevölkerung sollte die Vorgangsweise aber eine andere sein“, kritisiert Kerschbaumer vor allem die Rolle der Gemeindeführung in Warth.

In seinen Augen wäre hier ÖVP-Bürgermeisterin Michaela Walla gefordert gewesen, um vor den Fällungsarbeiten noch andere Personen zurate zu ziehen. „Sie hätte zumindest die Meinung eines Baumgutachters einholen können. Darüber hinaus gäbe es auch die Möglichkeit, die Grundbesitzer von der Verantwortung durch einen Vertrag zu befreien“, meint der Umweltgemeinderat...

...und stößt dabei bei ÖVP-Bürgermeisterin Michaela Walla auf Granit. Bei ihr stand vor allem die Sicherheit der Radfahrer, die am Eurovelo unterwegs sind, im Vordergrund. „Das Eschensterben beschäftigt uns jetzt schon seit bereits zwei Jahren. Vor einigen Wochen ist schon einmal ein Baum auf den Radweg gefallen. Und auch Ende August ist eine Esche nach einem schweren Unwetter umgefallen.

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Für ÖVP-Bürgermeisterin Michaela Walla geht die Sicherheit vor.

Dafür möchten weder die Grundstücksbesitzer noch ich die Haftung übernehmen“, begründet Walla die Abholzungen, die auch mit der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen und deren Abteilung für Forstwirtschaft abgesprochen wurden. „Das Problem bei den Eschen ist, dass vor allem die Wurzeln angegriffen werden. Da können Baumkrone und Stamm zwar noch gesund aussehen, doch wie es den Wurzeln geht, das kann man nicht sagen. Sicherheit geht hier einfach vor“, so die Ortschefin.