Landwirtschaftliche Fachschule trauert um Ex-Direktor. Der frühere Direktor der Landwirtschaftlichen Fachschule Warth, Gerhard Raganitsch, ist im 93. Lebensjahr verstorben. Er war maßgeblich für den Um- und Zubau der Fachschule Warth in den 80er Jahren verantwortlich und etablierte die Einrichtung als Zentrum für moderne Rinderzucht.

Von Philipp Grabner und NÖN Redaktion. Erstellt am 20. Januar 2021 (09:56)
Direktor a. D. Gerhard Raganitsch beim Pensionistentreffen 2019 an der LFS Warth.
Hannes Stangl/LFS Warth

Die Landwirtschaftliche Fachschule Warth trauert um ihren ehemaligen Direktor Gerhard Raganitsch. Er ist dieser Tage im 93. Lebensjahr verstorben, wie die Schule mitteilte. Raganitsch hatte ab 1956 als Tierzuchtlehrer die Fachschule zu „einem Zentrum für moderne Rinderzucht aufgebaut“, wie die Schule in einer Aussendung betont. Zudem habe er als Geschäftsführer des Rinderzuchtvereins Neunkirchen-Gloggnitz ab 1965 die Weichen für eine Rinderzucht, welche die Leistung und das Tierwohl gleichermaßen im Auge behielt, geschaffen, heißt es weiter.

Von 1985 bis 1988 war Raganitsch maßgeblich für den Um- und Zubau der Fachschule verantwortlich. Auch die Umstellung des Unterrichtsbetriebes von der Winterschule auf die ganzjährige Schulform fiel in seine Amtszeit. Zudem betätigte sich Ragantisch auch als Fachbuchautor.

„Mit Direktor Gerhard Raganitsch geht wahrlich ein Pionier der modernen Rinderzucht von uns. Bereits im Jahr 1969 organisierte er die erste Fleckviehschau an der LFS Warth und legte somit den Grundstein, dass die Fachschule kontinuierlich zu einem Zentrum der Rinderzucht ausgebaut wurde“, betont Direktor Franz Aichinger in der Aussendung.

„Ganz besonders lag ihm die zeitgemäße Ausbildung der Schülerinnen und Schüler sowie die Weiterbildung der Bäuerinnen und Bauern am Herzen. Ein früher Meilenstein seines Wirkens war die Organisation der vierwöchigen Ausstellung zur Milchviehfütterung und Kalbinnenaufzucht an der LFS Warth im Jahr 1972, die 1.500 Personen besuchten. Auch an den ersten regionalen Rinderfütterungskursen ab 1975 und am ersten Kälbermarkt in Gleissenfeld 1977 war er federführend beteiligt“, so Aichinger. Raganitsch leitete zahlreiche Lehrfahrten sowie Exkursionen und baute ein Netzwerk für die Rinderzucht mit Kontakten im In- und Ausland auf.

Zur Person:

  • Gerhard Raganitsch war Absolvent der Universität für Bodenkultur der Fakultät Landwirtschaft in Wien. Die berufliche Laufbahn startete er als Adjunkt bei der Schönborn-Buchheimischen Forst- und Güterdirektion in NÖ. Ab 1954 Lehrer an den Landwirtschaftlichen Fachschulen Pyhra, Tulln, Retz und Obersiebenbrunn. Ab 1956 Lehrer an der LFS Warth. Von 1970 bis 1985 Lehrbeauftragter für Methodik zur Tierzucht am Bundesseminar für das landwirtschaftliche Bildungswesen in Wien Ober St. Veit.
  • Auszeichnungen: Oberstudienrat, Goldenes Ehrenzeichen des Landes NÖ und Goldene Kammermedaille. Gerhard Raganitsch war verheiratet und hinterlässt seine Frau, drei Kinder, acht Enkelkinder und neun Urenkel.