Jugend bat „Elefanten“ zur Debatte. Erstmals diskutierten lokale Kandidaten von VP, SP, FP, Grünen und NEOS über Klima, Bildung, Integration & Co.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 10. September 2019 (04:35)

Es war gleich in mehrfacher Hinsicht eine Premiere: Erstmals in diesem Wahlkampf trafen in der Vorwoche lokale Kandidaten für die Nationalratswahl im Rahmen einer Podiumsdiskussion aufeinander. Und erstmals organisierte der „Club 28“, die junge Sektion des Wimpassinger Kulturvereins, einen solchen Abend – mit großem Erfolg: Rund 40 politikinteressierte Personen waren dem Aufruf gefolgt, darunter sehr viele junge Menschen.

Thematisch wurde der Bogen recht breit gespannt, gestartet wurde aber mit dem in diesem Wahlkampf besonders dominanten Thema Klima. Quasi ein „aufgelegter Elfer“ für Grüne-Kandidatin Clara Schweighofer aus Neunkirchen. Sie zeigte sich überzeugt, dass „wir die letzte Generation sind, die etwas gegen den Klimawandel tun kann“ und plädierte dafür, „bis 2030 die Weichen zu stellen“, wie sie sagte. Besonders wichtig in dem Zusammenhang sei es, eine ökosoziale Steuerreform einzuführen, so Schweighofer.

Thomas Ernst aus Edlitz, ÖVP-Kandidat und Vizebürgermeister in seiner Heimatgemeinde, bezeichnete die Klimakrise als „große Herausforderung“. Er sei davon überzeugt, dass „jeder bei sich selbst anfangen kann“ und auch „kleine Schritte viel bewegen“ könnten – Ernst nannte etwa E-Car-Sharing-Modelle als Beispiel.

Für FPÖ-Kandidat Christian Rasner aus Natschbach kommen neue Steuern keinesfalls in Frage, denn: „Die Bevölkerung hat von Steuern genug!“ Es sei nicht notwendig, jeden Tag Fleisch zu essen, meinte Rasner etwa. Und: „Einwegplastik auf Veranstaltungen sollte vermieden werden – wir machen das zum Beispiel in der Gemeinde schon!“

„Auf Talente, nicht auf Schwächen achten!“

Peter Steinwender, SPÖ-Bürgermeister in Grünbach, kritisierte vor allem die großen Konzerne, die uns stets sagen würden, „was wir nicht alles brauchen“, wie er es formulierte. Das seien dann meist auch die, die keine Steuern zahlen würden, so der Ortschef.

Mit den Maßnahmen der türkis-blauen Regierung auf dieser Ebene zeigte er sich – anders als ÖVP und FPÖ – alles andere als zufrieden: „Umweltpolitisch hat diese Regierung versagt wie keine andere“, meinte er. Dem stimmte NEOS-Kandidat Thomas Tauchner durchaus zu, in der Klimapolitik sei in den vergangenen zwei Jahren „nicht wirklich viel weitergegangen“, bilanzierte er. Und er meinte: „Umweltverschmutzung muss seinen Preis haben!“

Zweiter großer Schwerpunkt der Debatte war auch die Bildungspolitik, in der die Meinungen dann wesentlich unterschiedlicher ausfielen. Bürgermeister Steinwender merkte an, dass man in Schulen „viel zu stark defizitorientiert sei“ und Schüler nur darauf aufmerksam mache, was jemand nicht könne. Was auch NEOS-Mann Tauchner ansprach: „Wir sollten mehr auf Talente und nicht nur auf Schwächen achten!“

Für die Grüne-Kandidatin könne in Österreich nicht von einem gerechten Bildungssystem die Rede sein: „Unser Bildungssystem ist gut, keine Frage – aber nur dann, wenn man es sich leisten kann“, kritisierte Clara Schweighofer in dem Zusammenhang.