Riesenaufregung wegen neuer Beleuchtung. Wenn ein einziger Tagesordnungspunkt länger als alle anderen zusammen dauert, dann muss es sich um ein brisantes Thema handeln: So geschehen bei der ersten Sitzung des Neunkirchner Gemeinderates nach der Sommerpause am Montagabend.

Von Christian Feigl. Erstellt am 26. September 2017 (06:06)
Christian Feigl

Während die ersten beiden Seiten der Beschlüsse nicht nur in Rekordzeit abgehalten, sondern auch noch einstimmig gefasst wurden, ging es am Ende doch noch heiß her. Die SPÖ nahm die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-System genauer unter die Lupe und ortete grobe Mängel.

Anlassfall für die tiefgehende Recherche von Klubobmann und Stadtrat Manfred Baba war ein sommerliches Gewitter, das 177 der 2.800 Beleuchtungskörper zerstört hatte.

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„Wir waren danach mit unseren Unterlagen bei LED-Papst Professor Ernst Feldner und der hat nur noch den Kopf geschüttelt“, so Baba. Sein Parteikollege Stadtrat Günther Kautz setzte noch nach und stellte fest, dass die Beleuchtung der Stadt derzeit nicht gesetzeskonform sei. „Straßen wurden mit falschen Normen abgenommen, die Lichtstärke stimmt hinten und vorne nicht, die Beleuchtungskörper sind teilweise zu schwer für die Masten“, so Kautz.

„Man kann froh sein, dass sich noch niemand einen Stromschlag geholt hat" Manfred Baba

Und Baba ergänzte: „Man kann froh sein, dass sich noch niemand einen Stromschlag geholt hat oder Autofahrer nach einem nächtlichen Unfall auf die Idee gekommen sind, die Stadt wegen der Lichtverhältnisse zu verklagen!“

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ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer verwehrte sich gegen die „schlimmen Vorwürfe“, solange diese noch nicht bewiesen seien. Nur weil dies ein Experte behaupte, müsse das noch lange nicht stimmen. Immerhin habe es auch eine genaue Ausschreibung und Vorgaben für die durchführende Firma gegeben.

Die SPÖ betonte, niemanden anpatzen, sondern der Stadt nur helfen zu wollen. Schließlich kamen nach längerer, aber sachlicher Debatte alle überein, die Sache prüfen zu lassen und die weitere Vorgangsweise von dem Ergebnis dieser Prüfung abhängig zu machen.

Die NÖN hat sich in der Zwischenzeit um eine Stellungnahme der ausführenden Firma bemüht. Sobald diese eintrifft, wird der Artikel ergänzt.

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