Kritik an Corona-Politik: Video sorgt für Aufsehen. Martin Hlavka, Gemeinderat der Liste „Zöbern für alle“, rechnet in einem Film auf Facebook mit der Corona-Politik ab.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 30. September 2020 (04:56)
Martin Hlavka wandte sich an die Bundesregierung.
Screenshot/FB

„Sie sind Minister der Gesundheit, nicht der Angst!“ Mit drastischen Worten wandte sich dieser Tage Zöberns Bürgerlisten-Mandatar Martin Hlavka via Facebook-Video an die Bundesregierung.

Im Speziellen hat er Grüne-Gesundheitsminister Rudolf Anschober, aber auch ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz im Visier. Hlavka, der dem Gemeinderat seit 2015 mit der ÖVP-nahen Liste „Zöbern für alle“ angehört, missfallen die Corona-Regeln in den heimischen Schulen. Sein Appell an die Politiker: „Nehmen Sie die wahnsinnigen Covid-Maßnahmen an den Kindergärten und Schulen zurück.“ Gerade in diesem Stadium sei es für Kinder wichtig, Bindungen aufzubauen. Schließlich führe diese Generation einmal unser Land, aktuell werde sie aber nur „demoliert“, zeigt sich Hlavka in dem rund dreiminütigen Video, das über hundert Mal geteilt und knapp 5.000 Mal angesehen wurde, überzeugt. In einem weiteren Facebook-Posting fordert Hlavka Gesundheitsminister Rudolf Anschober indirekt sogar zum Rücktritt auf. „Es gibt sicherlich geeignetere Berufe für Sie“, meint er.

Hlavka: „99,9 Prozent positive Rückmeldung“

Die Reaktionen auf das Video seien zu 99,9 Prozent positiv gewesen, erklärt Hlavka zu Redaktionsschluss auf NÖN-Anfrage: „Die allermeisten haben zustimmend reagiert, ein paar wenige waren kritisch.“ Der Zuspruch sei nicht zuletzt deshalb so groß gewesen, weil sich viele nichts mehr sagen trauen würden, glaubt der Gemeinderat: „Weil ihnen das etwa der Arbeitgeber untersagt. Dann muss ich aber auch ganz klar sagen: Wir haben ein Diskussionsproblem! Demokratie muss man aushalten!“

Seitens des Gesundheitsministeriums verweist man auf NÖN-Anfrage etwa darauf, dass der Minister gemeinsam mit Kinderinfektiologen und -fachärzten Empfehlungen zu Infektionen im Kindes- und Jugendalter erarbeitet habe. Gerade bei Kindern müsse man mit „Maß und Ziel“ agieren. Abseits dessen betont man, in enger Abstimmung mit dem Bildungsministerium zu agieren, das für die Schulen zuständig sei. Eine schriftliche NÖN-Anfrage dort blieb bis Redaktionsschluss allerdings unbeantwortet.

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