Storchen-Drama in Breitenau: Nur ein Baby überlebte. Vor wenigen Wochen waren es noch fünf Junge im Breitenauer Storchennest. Seit Anfang Juni gibt es nur noch ein Baby.

Von Tanja Barta und Christian Feigl. Erstellt am 17. Juni 2020 (05:56)
Von insgesamt fünf Babys überlebte einmalig nur ein Jungtier. Dieses wird Anfang bis Mitte Juli die ersten Flugversuche machen.
Storchenverein/Webcam

Aufmerksamen Beobachtern, die das Treiben im Nest dank des örtlichen Storchenvereins, der in luftiger Höhe eine Webcam installiert hat, regelmäßig beobachten, ist es schon länger aufgefallen: Von den fünf Storchenbabys, die vor einigen Wochen noch unter großem Jubel das Licht der Welt erblickten, ist nur mehr eines übrig geblieben. Ein ebenso seltener Vorgang wie die Geburt von fünf Störchen.

Was hinter dem mysteriösen Verschwinden der restlichen Brut wirklich steckt, erklärte Storchenvereins-Obmann Johann Haslinger auf Nachfrage der NÖN: „Wir vermuten, dass es ein Futtermangel war. Einer der jungen Störche war eben sehr dominant, die anderen entwickelten sich nicht mehr richtig und wurden dann selbst zu Futter.“

Die Störche ernähren sich und ihre Jungen vom Kleingetier, das normalerweise auf Feldern zu finden war. Dieses Jahr war es dafür anscheinend zu trocken, weshalb es für alle Fünflinge nicht genug zu fressen gegeben haben dürfte. „Wir haben zwar überlegt, wie wir den Störchen helfen können, doch wir können sie nicht füttern. Das ist ganz einfach der Lauf der Natur“, so Johann Haslinger.

Dass von insgesamt vier jungen Störchen nur einer überlebt hat, passiert zum ersten Mal. „In den letzten drei Jahren gab es immer vier Junge. Vor zwei Jahren hatten wir auch Fünflinge, da hat ein Junges aber ebenfalls nicht überlebt. Wir hoffen daher auf ein besseres nächstes Jahr“, meint Haslinger. Jener Jungstorch, der jetzt noch im Nest sitzt, wird laut dem Storchen-Obmann jedenfalls „durchkommen“.

In Breitenau gehören die Störche bereits zum Ortsbild, das bestätigt auch SPÖ-Vizebürgermeister Robert Kwas: „Es ist immer wieder schön, die Störche fliegen zu sehen. Besonders für die Kinder ist das immer wieder ein Erlebnis!“ Kwas selbst konnte das Drama rund um die Babystörche – urlaubsbedingt – nicht wirklich verfolgen.