FH St. Pölten: Ein Campus zum Jubiläum. Vor 25 Jahren startete die FH St. Pölten mit 65 Studierenden. Jetzt sind es 3.500, ab Herbst im neuen Campus.

Von Daniel Lohninger. Update am 06. Mai 2021 (15:55)
Rechtzeitig zum 25-Jahr-Jubiläum der Fachhochschule wird der Campus St. Pölten fertig. Hier angesiedelt ist auch die neue Bertha von Suttner-Universität.
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Eine Hauptstadt ohne akademische Ausbildung war St. Pölten dank der schon 1791 gegründeten Philosophisch-theologischen Hochschule zwar nie. Aber um den „Brain Drain“ in Richtung Wien zu stoppen, war mehr notwendig. Angestoßen vom damaligen Bürgermeister Willi Gruber und Kulturstadtrat Siegfried Nasko wurde 1993 ein Verein gegründet, der die Errichtung einer Fachhochschule zum Ziel hatte. 1996 war die erste Etappe geschafft: Die FH St. Pölten startete auf dem Glanzstoff-Areal mit 65 Studierenden den ersten Diplomstudiengang.

25 Jahre später studieren 3.500 junge Menschen an der Fachhochschule St. Pölten, in der 370 hauptberuflich und knapp 1.000 nebenberuflich Beschäftigte tätig sind und ein Jahresumsatz von 31 Millionen Euro erwirtschaftet wird. Rechnet man die ebenfalls hier angesiedelte Bertha von Suttner-Privatuniversität sowie die New Design University (NDU) dazu, gibt es an die 5.000 Studienplätze in St. Pölten.

NÖN-Grafik

„Der Brain Drain in Richtung Wien ist nicht nur gestoppt, er hat sich sogar umgekehrt – in den vergangenen beiden Jahren zogen deutlich mehr Menschen von Wien nach St. Pölten als umgekehrt“, freut sich Bürgermeister Matthias Stadler. Ihn verbindet auch seine eigene Geschichte mit der FH St. Pölten – Stadler war der erste Geschäftsführer und blieb es bis zum Antritt des Bürgermeister-Amtes 2004. „In den ersten Jahren mussten wir sehr viel improvisieren. Danach ging die Entwicklung aber stetig nach oben, auch weil wir mit den fachlichen Schwerpunkten voll den Puls der Zeit getroffen haben“, erklärt Stadler.

25 Jahre gibt es die Fachhochschule St. Pölten bald. Das Jubiläum im Oktober nimmt die NÖN zum Anlass, 25 zukunftsträchtige Ideen von Studierenden in einer eigenen NÖN-Serie zu präsentieren. Stolz auf das Jubiläum und die Kooperation sind Bürgermeister Matthias Stadler, FH-Geschäftsführer Johann Haag, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, NÖN-Chefredakteur Daniel Lohninger, FH-CEO Gernot Kohl und FH-Geschäftsführer Hannes Raffaseder (von links). Mehr zum FH-Jubiläum auch auf den Seiten 40/41.
Erich Marschik

Die Bandbreite der nunmehr 26 Studiengänge reicht von IT-Security, Digital Business sowie Medien über Bahntechnologie und Mobilität bis hin zu Gesundheit und Soziales – alles Zukunftsthemen, die weiteres Wachstum erwarten lassen. Deshalb macht sich die FH, an der seit 2018 neben der Stadt auch das Land beteiligt ist, zum Jubiläum selbst ein Geschenk: Im Herbst wird die Erweiterung zum Campus St. Pölten abgeschlossen – über 55 Millionen Euro wurden dafür investiert. „Dieser Campus bietet alle Möglichkeiten für zukunftsweisendes Lehren und Lernen sowie Forschung auf internationalem Top-Niveau“, freut sich FH-Geschäftsführer Gernot Kohl.

Als erste FH an Spitze von European University

In der europäischen Forschungslandschaft ist St. Pölten mittlerweile ein Fixpunkt. Das zeigt sich nicht nur an den 150 Partner-Hochschulen in aller Welt und den sieben Forschungsinstituten, sondern auch am jüngsten Erfolg: Als erste österreichische Fachhochschule übernimmt die FH St. Pölten die Leitung einer European University. Mit einem Fokus auf die europäischen Regionen arbeitet die FH St. Pölten gemeinsam mit fünf weiteren Hochschulen an der Weiterentwicklung des europäischen Hochschulraums. Die Universitätsstadt St. Pölten ist mit der Eröffnung des Campus aber noch nicht an ihrem Zenit angelangt, ist Bürgermeister Stadler sicher: „St. Pölten bietet sich als attraktiver Standort für eine Voll-Universität an. Ein bisschen politischen Weitblick auf Bundesebene vorausgesetzt, gibt es diese Universität hier in 25 Jahren.“