Vor Schulstart wurden Corona-Richtlinien ausgearbeitet. Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) holte Vertreter der Bildungsdirektion, der Abteilung Schulen und Kindergärten, der Landessanitätsdirektion sowie die Personal-, Schüler- und Elternvertreter an einen Tisch. Ziel war das Erarbeiten von Corona-Richtlinien und das Klären offener Fragen für den nahenden Schulbeginn.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 25. August 2020 (09:59)
Bildungsgipfel zur Klärung offener Fragen in Hinblick auf den Umgang mit Corona im kommenden Schuljahr.
Kraus

Die Corona-Ampel wird auch in Niederösterreichs Bildungseinrichtung ein wichtiger Begleiter werden. Sie soll weitgehend einen normalen Schulalltag mit regulärem Stundenplan, Nachmittagsunterricht und Schulveranstaltungen zulassen und dabei helfen,  einen weiteren Lockdown möglichst zu verhindern.

Maske am Gang und Singen im Freien

„Steigen die Infektionszahlen, greifen die Maßnahmen der Ampel schnell und punktuell. Bei ‚Grün‘ wird es Normalbetrieb geben. Die Schulen treffen in dieser Ampelphase entsprechende Vorkehrungen, um für mögliche Infektionsfälle vorbereitet zu sein", erklärt die Landesrätin. Ansprechpersonen, Krisenteam, Kommunikationskanäle, einheitliche Lernplattformen und mehr werden in dieser Phase vorbereitet.

"Bei der Ampelphase ‚Gelb‘ wird Mund-Nasen-Schutz (MNS) für alle Personen außerhalb des Klassenraums zur Pflicht – im Unterricht kann er aber abgenommen werden. Ab ‚Orange‘ werden Schulveranstaltungen ausgesetzt. Singen ist zudem nur noch im Freien erlaubt, Lehrer/innenkonferenzen finden nur mehr online statt und in der Sekundarstufe II wird der Unterricht auf flexibles Distance-Learning umgestellt", erläutert Teschl-Hofmeister weiter.

"Wird immer Betreuung geben"

"Erst ab der Ampelfarbe ‚Rot‘ wird es Distance-Learning in allen Schulen des jeweiligen Bezirkes geben. Ich möchte aber betonen, dass es auch bei einem allgemeinen Lockdown einen Notbetrieb in unseren Einrichtungen geben wird, um die Betreuung der Kinder bei Bedarf sicherzustellen. Die Eltern müssen die Sicherheit haben, dass sie auch und gerade während diesen herausfordernden Zeiten Betreuungsplätze in ihren Bildungseinrichtungen in Anspruch nehmen können, wenn sie diese benötigen“, hält die Landesrätin fest.

Für den Bereich der elementaren Bildungseinrichtungen hat der Bund ein Hygiene- und Präventionshandbuch erstellt - eine Empfehlung für ein bundeseinheitliches Vorgehen. „Als Land Niederösterreich werden wir diesen Empfehlungen folgen und die ein oder andere Ergänzung machen wo uns dies notwendig erscheint“, so Teschl-Hofmeister.

Maske tragen "elementarpädagogisch besprechen"

Das Ampelsystem wird auch in den Kindergärten Anwendung finden, allerdings mit angepassten Handlungsleitlinie. Die Ampelphase ‚Grün‘ wird auch im Kindergarten Normalbetrieb bedeuten. Ab der Ampelphase ‚Gelb‘ soll der Normalbetrieb mit Mund-Nasen-Schutz  für das Personal und einer Reduzierung der Sozialkontakte stattfinden. Kinder sollen hier nie einen MNS tragen. Dennoch sei das Thema ‚Maske tragen‘ mit den Kindern elementarpädagogisch gut zu besprechen, heißt es nach dem Bildungsgipfel.

Die Ampelphase ‚Orange‘ sieht einen Kleingruppen-Betrieb von bis zu 15 Kindern vor. Ziel sei, so Teschl-Hofmeister, die Gefahr einer COVID-19-Ansteckung zu minimieren und einen weitgehend "normalen" und strukturierten Kindergartenbetrieb unter verstärkten Hygienevorkehrungen und einer Reduzierung der sozialen Kontakte sowie der Kinderdichte im Kindergarten zu gewährleisten.

"Kommt es zur Ampelphase ‚Rot‘ wird auf einen eingeschränkten Betreuungsbetrieb umgestellt. Auch hier gilt aber, die Betreuung für Kinder, deren Eltern keine Möglichkeit einer Betreuung zu Hause haben, wird stets sichergestellt sein“, erklärt die Bildungs-Landesrätin und betont: „Wir haben im Kindergartenbereich einige Regelungen die strenger sind, als die Vorgaben des Bundes. Die Gesundheit aller Beteiligten ist für uns im gesamten Bildungsbereich von oberster Priorität. Auf verstärkte Hygienemaßnahmen ist daher in allen Ampelphasen zu achten.“Für Besuchende gilt ab „Gelb“ in geschlossenen Räumen eine generelle MNS-Pflicht.

Broschüre für Eltern

„Was die generellen Vorgaben aber nicht ersetzen können, ist das umsichtige Agieren vor Ort. Die baulichen und infrastrukturellen Gegebenheiten sind zum Teil sehr unterschiedlich, und die Kinder erfordern je nach Altersgruppe unterschiedliche Herangehensweisen bei der Umsetzung der Hygiene- und Präventionsmaßnahmen", mahnt Teschl-Hofmeister Umsichtigkeit ein. Deshalb sei das Wichtigste die Organisationsleistung am Standort und das Fingerspitzengefühl im Umgang mit auftretenden Problemen. "Wir alle stehen im Schul- und Kindergartenjahr 2020/2021 vor sehr großen Herausforderungen. Ich bin aber optimistisch, dass wir auch diese gut gemeinsam meistern werden“, so die Bildungs-Landesrätin abschließend.

Die wichtigsten Informationen zu Verhaltensregeln und Vorgehensweisen in den Kindergärten wurden in einer Elterninformationsbroschüre zusammengefasst. Diese liegt ab Beginn des Kindergartenjahres in den Einrichtungen zur freien Entnahme auf und soll den Eltern als Übersicht und zur Orientierung dienen. Für alle offenen Fragen gibt es ab Schulbeginn zudem eine Hotline in der Bildungsdirektion sowie im Bildungsministerium (BMBWF) an die sich Schülerinnen und Schüler, Lehrende, Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Eltern wenden können.