Leistbare Nachhilfe: Lernen mit der Volkshilfe . Die Volkshilfe erstellt ein neues Lernangebot zur Förderung armutsgefährdeter Kinder. Der Start soll im August erfolgen, Eltern können sich ab dieser Woche schon informieren.

Von Jakob Feigl. Erstellt am 21. Juli 2021 (12:30)
Maria Panzenböck-Stockner, Präsident Ewald Sacher und Renate Haslinger.
Jakob Feigl

„Armutsgefährdete Kinder haben es viel schwerer, einen Schulabschluss zu machen und folglich auch, einen sicheren Beruf zu finden“, moniert Ewald Sacher, Präsident der Volkshilfe NÖ. Um diese unfairen Zustände zu minimieren und den Kindern bessere Chancen zu geben, hat sich die Volkshilfe NÖ ein Projekt zur Lernhilfe für armutsgefährdete Kinder ausgedacht. 

Ab dieser Woche können betroffene Elternteile beim Lernservice-Institut der Volkshilfe unter 0676/870027902 anrufen und um Hilfe ansuchen. Für viele ein schwieriger Schritt, sich den finanziellen Engpass einzugestehen, wie Renate Haslinger erklärt: „Vielen Eltern ist es peinlich, um Hilfe anzusuchen. Ich kann ihnen aber nur Mut geben, dass es für die Kinder ein wichtiger Schritt nach vorne sein kann und auch die Möglichkeit eines anonymen Anrufs besteht.“ Die Volkshilfe unterstützt Personen, die bis zu 18% über der Armutsgrenze liegen mit stufenweise angepassten Beträgen, bei der Antragstellung wird ebenfalls geholfen.

Der Unterricht soll einzeln und in 10er-Blöcken erfolgen, eine Einheit dauert 60 Minuten und kann sowohl untertags als auch abends stattfinden. Förderungen können an Kinder von der ersten Klasse Volksschule bis zur Oberstufe im Alter von 18 Jahren vergeben werden. Die Einzelstunden sollen sowohl online als auch in Präsenzform angeboten werden: Präsenzunterricht wird in Gloggnitz, Neunkirchen, Baden, Traiskirchen, Wiener Neustadt und Sankt Pölten ab August angeboten, viele Trainer des Lernservice „Clever Forever“ haben sich bereits gemeldet, die Kinder unterstützen zu wollen und durchaus auch persönlich zu den Schülern nach Hause zu fahren.

"Zum Glück können wir auf viele Spenden zurückgreifen. Ich hoffe, bald wieder einem lächelnden Kind ins Gesicht blicken zu können, weil es mit unserer Hilfe durch das Jahr gekommen ist, das bereitet mir Gänsehaut“, freut sich Maria Panzenböck-Stockner auf den Startschuss des Projektes.