In Krisenzeiten steigt die Bildungslust. Gerade in schwierigen Zeiten steigt die Bereitschaft zur Weiterbildung. Die Motive dahinter sind oft Neuorientierung, Veränderung und Sicherheit. Eine aktuelle IMAS-Studie zeigt, dass derzeit neun von zehn Österreicher/innen lebensbegleitendes Lernen für wichtig halten.

Erstellt am 29. September 2020 (00:01) – Anzeige
Mit der WIFI-Lernplattform kann zeit- und ortsunabhängig gelernt werden.
Gregor Lohfink

Lebensbegleitendes Lernen ist unabdingbar, um beschäftigungsfähig zu bleiben und beruflich Erfolg zu haben: Diese Einsicht ist in der Bevölkerung mittlerweile nahezu unumstritten. Das internationale Marktforschungsinstitut IMAS hat eine Studie „Weiterbildungsbarometer 2020“ im Auftrag des WIFIs der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) durchgeführt und festgestellt, dass 93 Prozent der Österreicher/innen lebensbegleitendes Lernen für wichtig halten.

Viele nutzen bereits Online-Lernen

Die Corona-Krise hat digitales Lernen massiv beschleunigt. 59 Prozent der Befragten geben an, dass sie digitale Inhalte und digitale Weiterbildungen nutzen würden. Klare Vorteile durch das Online-Lernen sehen die Befragten darin, dass die Anreise wegfällt, es keine Ansteckungsgefahr mit Covid-19 gibt und diese Art des Lernens bequemer und unkomplizierter ist.

„Das WIFI hat als Nr. 1 in der beruflichen Weiterbildung in den letzten Jahren verstärkt auf das Thema eLearning gesetzt und entsprechende Kursangebote und -formate geliefert“, informiert WIFI-Institutsleiter Andreas Hartl und freut sich, dass deshalb im heurigen Frühjahr der Großteil der Kurse online fortgeführt werden konnte.

Fokus liegt auf Blended Learning

Die IMAS-Studie macht deutlich, dass digitale Lernplattformen das Präsenz-Lernen nicht ersetzen können: Im Durchschnitt wünschen sich die Befragten eine Aufteilung von 40 Prozent Online-Lernen und 60 Prozent Präsenz-Lernen. „Wir sehen die Zukunft im Blended Learning“, ist Hartl überzeugt. Diese Form des Lernens vereint den klassischen Präsenzunterricht im Lehrsaal oder in der Werkstätte mit Online-Unterrichtseinheiten. „Die Studienergebnisse bestärken die Digitalstrategie des WIFI und zeigen auf, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden“, so Hartl.

Mehrwert für die heimische Wirtschaft

Das WIFI versteht sich als Lernkraftwerk der Wirtschaftskammer und damit auch als Bildungspartner für die Fachorganisationen. „Wir bieten deshalb auch Zusatzkurse für die verschiedensten Branchen an“, streicht Andreas Hartl hervor.

Ziel ist es, dass sich sowohl Unternehmer/innen selbst wie auch deren Mitarbeiter/innen weiterbilden. Dies wird auch unterstützt. Mit dem WK-Bildungsscheck erhalten Ein-Personen-Unternehmen jährlich 100 Euro für Weiterbildungen im WIFI – Arbeitgeberbetriebe haben heuer einen 300-Euro-Scheck bekommen.

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Neustart mit Projekt-Wissen

Die berufliche Laufbahn hat Rainer Gutkas von der Werkstatt ins Projektmanagement geführt. Der 48-jährige Waldviertler startet nun bei seiner neuen Firma mit frisch erworbenem WIFI-Wissen und den richtigen Tools an der Hand durch.

Rainer Gutkas
privat

Welchen beruflichen Werdegang haben Sie?

Ich habe bei der Firma KTW aus Waidhofen an der Thaya eine Lehre zum Werkzeugmacher absolviert und den Werkmeister im Maschinenbau gemacht. Schließlich war ich Leiter der CNC-Programmierung in der Firma, die mittlerweile vom Kanadischen Konzern Husky übernommen wurde.

Nachdem der Produktionsstandort in Waidhofen geschlossen wurde, wechselte ich heuer in die Firma VTW, die von vier ehemaligen Husky-KTW-Managern gegründet wurde. Wir stellen ebenfalls Spritzgussformen für die Kunststoffindustrie her. Unsere Formen kommen z.B. zum Einsatz, wenn Verschlusskappen von Haarshampooflaschen produziert werden.

Warum haben Sie den Diplom-Lehrgang Projektmanagement besucht?

Unsere Kundenaufträge werden wie Projekte behandelt. Ich bin in der Vorprojektphase für die Angebotslegung und Kalkulation zuständig. Der Lehrgang war inhaltlich und zeitlich das richtige Bildungsangebot für mich und eine interessante und sinnvolle Weiterentwicklung.

Was hat Ihnen der Lehrgang gebracht?

Die Ausbildung hat alle Projektabläufe sichtbar und verständlich gemacht. Nun kann ich nachvollziehen, welche Räder ineinandergreifen müssen, damit eine erfolgreiche Projektplanung funktioniert und welche Instrumente dazu benötigt werden.

Welches hilfreiche Tool fällt Ihnen spontan ein?

Die Earned Value Analyse. Sie ist ein Werkzeug des Projektcontrollings. Anhand der Termin- und Kostensituation kann der Fortschritt eines Projekts bewertet werden.

Wie geht es nach der Ausbildung für Sie weiter?

Die VTW GmbH befindet sich gerade im Aufbau. Wir sind noch ein kleines Team mit 17 Mitarbeiter-Innen. Aktuell wird in Waidhofen ein neuer Produktionsstandort gebaut. Ich freue mich ein Teil dieses engagierten Teams zu sein und mit meinem Wissen und meiner Arbeit zum Erfolg der Firma beizutragen.