Wenn es auf der Donau kracht ...

Erstellt am 03. März 2020 | 03:33
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Großeinsatz der Rettungskräfte nach einem Brand auf dem Passagierschiff A’Rosa Riva in der Wachau im Jahr 2017. Der Unfall war die Initialzündung für den Donausicherheitstag.
Foto: Manfred Wimmer, FF Krems
Experten von Land, Ministerium, Tourismus und Einsatzorganisationen trafen sich im Sicherheitszentrum Tulln.
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Spätestens seit 1992, dem Jahr der Eröffnung des Rhein-Main-Donaukanals, ist die Donau als durchgehend befahrbare Wasserstraße ein wichtiger Verkehrsweg.

Aber nicht nur die „schwarze Schifffahrt“, also Frachtkähne, verkehrt hier. Immer mehr ist auch die „weiße Schifffahrt“, also Passagierschiffe, auf dem Strom unterwegs. Aus diesem Grund gibt es den Donausicherheitstag: Hier treffen sich alle Stakeholder, die für die Sicherheit auf Österreichs größter Wasserstraße zuständig sind. Von Mitarbeitern des Verkehrsministeriums über Vertreter von Behörden, Polizei und Bundesheer bis hin zur Freiwilligen Feuerwehr und der Rettung.

Einsatzplan gewährleistet reibungslosen Ablauf

Was also, wenn auf der Donau ein Schiffsunglück passiert? Das größte Problem dabei ist, dass die Unfallstelle dynamisch ist, havarierte Schiffe bleiben ja nicht einfach stehen. Und Zeugen, die Unfälle melden, wissen oft nicht, ob sie am rechten oder am linken Donauufer stehen. Was wiederum die Einsatzkräfte vor die Herausforderung stellt, welche Feuerwehren an welchem Ufer zu alarmieren sind. Und an welcher Stelle überhaupt zugefahren werden kann.

„Es gibt keinen dicken Ordner, wo ,Alarmplan Donau‘ draufsteht“, sagt Thomas Reiter vom Wasserdienst des Landesfeuerwehrverbandes. Kollidiert also ein Schubverband auf der Donau mit einem Passagierschiff, dann wird einmal die Leitstelle informiert. Es gilt herauszufinden, bei welchem Stromkilometer das Unglück passiert ist. Davon hängt ab, welche Wehren alarmiert werden.

Den reibungslosen Ablauf gewährleistet hier der Einsatzplan; hier sind alle Details verzeichnet. Auch, ob es auf den Anfahrtswegen zur Donau Schranken gibt und wie die zu öffnen sind. Denn Details können die Einsatzkräfte vor Probleme stellen: so gibt es im Bezirk Melk ein Krummnußbaum links und eines rechts der Donau. Oder die Orte Aggsbach Dorf im Bezirk Melk und Aggsbach Markt im Bezirk Krems-Land, zwischen denen die Donau fließt: Sie werden oft verwechselt.

Bei Problemen wird aber nicht nur die Feuerwehr alarmiert: Auch Bezirkshauptmannschaft, die zum Verkehrsministerium gehörende Wasserstraßen-Gesellschaft Viadonau, Polizei und Rettung sind im Einsatz. Dass sie gut zusammenarbeiten, ist im Ernstfall essenziell.

Illegale Abwässer: „Proben nehmen!“

Ein weiteres Thema am Sicherheitstag war die Wasserqualität. Im Februar 2019 gab es – auch in der NÖN – die ersten Schlagzeilen zu illegal in die Donau entsorgten Abwässern. Um das besser überprüfen zu können, besteht seit März 2019 eine Zusammenarbeit des Landes NÖ mit der Kremser Karl-Landsteine-Universität. An elf Messstellen in der Donau werden über 1.000 Proben pro Monat entnommen und untersucht. Dazu bedienen sich die Wissenschaftler automatischer Probenehmer, die im Fluss verankert sind.

„Wenn es einen Verdacht gibt“, appelliert Günter Konheiser vom Land NÖ, „dann brauchen wir schnell Proben, denn der Dreck fließt ab und verdünnt“. Am besten werden diese Proben in verschließbare Ein-Liter-Wasserflaschen abgefüllt. „Wir brauchen verschmutzte Flüssigkeit, dazu genaue Orts- und Zeitangaben und auch Fotos zur Dokumentation.“ Die Proben müssen gekühlt werden.

Derzeit, erklärt der Gewässerexperte, sei die Donau in gutem Zustand, aber „noch nicht ganz sauber“. Gegen den Betreiber eines Schiffes, das Abwässer illegal in einer Schleuse entsorgt hat, laufe derzeit ein Strafverfahren.