5.000 Bußgeld für Doppelehe aus Liebe. Mehrfachehe / In Liebe entbrannt, schloss ein Weinhauer schon zwölf Tage nach Einreichung der Scheidung erneut den Bund der Ehe.

Erstellt am 07. Juli 2013 (14:51)
Von Jutta Hahslinger

„Verheiratet“, antwortet der angeklagte Winzer auf die Richterfrage nach dem Familienstand. „Ja, und das gleich zweifach“, kommt Richter Martin Bodner gleich auf den Grund – das Delikt der Mehrfachehe – des gerichtlichen Stelldicheins zu sprechen.

„Jetzt nur mehr einfach“, beteuert der sichtlich verlegene Wachauer. Er sei sehr verliebt gewesen und habe sich dazu hinreißen lassen, eine neue Ehe in Dänemark einzugehen, nachdem er die Scheidungspapiere eingereicht hatte, gibt der 54-Jährige zu.

„Das ist aber schon sehr optimistisch, wenn Sie am 18. April die Scheidung einreichen und schon zwölf Tage später heiraten. Sie waren wohl schwer verliebt. Sie haben aber schon gewusst, dass Sie noch verheiratet sind?“, hakt der Richter nach.

„Ich bin davon ausgegangen, das sei in einigen Wochen erledigt“, erklärt der Winzer, der aber nach wie vor verheiratet ist, da sich seine „Erst-Gattin“ querlegt. Die fordert Schmerzensgeld für „erlittene Unbill“ und bekommt von der Verteidigerseite harsch zu hören: „Nach einem OGH-Bescheid gibt es kein Schmerzensgeld für verlorene Liebe!“

„Wir sind im Straf- und nicht in einem Zivil- oder Scheidungsverfahren“, beendet der Richter die Debatte und bringt die Sprache auf die Urkundenfälschung des Weinhauers. Der überdrüssige Gatte hatte die Unterschrift auf dem Meldezettel gefälscht und damit die Abmeldung der Noch-Gattin aus dem Ostblock veranlasst.

Der einsichtige Wachauer („War alles ein Blödsinn“) kommt mit einer Diversion glimpflich davon: Einstellung des Verfahrens gegen Bezahlung einer Geldbuße von 5.000 Euro.