Kinderpornos gehortet, Tochter missbraucht: Prozess!. Am Wiener Straflandesgericht hat sich am Montag ein Pensionist wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen verantworten müssen, weil er seine Tochter seit ihrem fünften Lebensjahr beim Baden betatscht haben soll. Bei dem Mann sind im Zuge von Scheidungsstreitigkeiten in einem verschlossenen Zimmer im Haus außerdem Kinderpornos gefunden worden. Der 53-Jährige bekannte sich nicht schuldig.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 29. Januar 2018 (12:37)
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Der Angeklagte gab vielmehr seiner Ehefrau und seiner Tochter die Schuld für die Missbrauchsanklage. Das sei eine Intrige gewesen, da es aufgrund der Scheidung zu Streitigkeiten wegen des 385 Quadratmeter großen Hauses in Niederösterreich mit einem 84 Quadratmeter großen, ausgebauten Dachgeschoß gekommen war. Nachdem die Frau ihrem Sohn die eine Hälfte überschrieben hatte, sollte der 53-Jährige auch seine Hälfte des Hauses der Tochter überschreiben. Andernfalls sei ihm gedroht worden, dass er wegen des Besitzes von Kinderpornos angezeigt werde, berichtete der Beschuldigte vor Schöffensenatsvorsitzender Claudia Geiler.

Der Mann hatte vor einigen Jahren nach dem Tod seiner Eltern einige Liegenschaften geerbt. Mit dem Verkauf einer Wohnung in Hietzing und dieser Liegenschaften kaufte sich die Familie das Anwesen in Niederösterreich. Anfang 2016 reichte der Mann allerdings die Scheidung ein und erwirkte mittels einstweiliger Verfügung, dass seine Frau und seine zwei halbwüchsigen Kinder das Riesenhaus verlassen mussten. Die Verfügung galt ein halbes Jahr. Im Juli 2016 zogen die Familienmitglieder wieder ein.

Kurze Zeit später kam es bei einer Auseinandersetzung zu Handgreiflichkeiten zwischen den Eheleuten, die Frau alarmierte die Polizei, die den Mann von dem Haus weg wies. Seitdem wohnt der 53-Jährige in einem Wohnmobil in Liesing.

Kinderpornos in versperrtem Zimmer

Mit den Kindern allein im Haus, entdeckte die Frau in einem versperrten Zimmer zahlreiche Videos und DVDs sowie einen Computer, auf dem kinderpornografisches Material abgespeichert war. "In versperrten Räumen war das sicherlich nicht", sagte der Mann. Er habe die Sachen im Haus seiner Eltern gefunden, was ihn sehr verwunderte, und wollte es schnellstmöglich loswerden. Er habe die Videos und DVDs in Müllsäcke gepackt und seine Frau gebeten - sie arbeitet in Wien -, die bedenklichen Filme in der Großstadt im Mist zu entsorgen.

Als die Frau die Kinderpornos fand, fragte sie ihre Tochter, ob es Übergriffe durch den Vater gegeben habe, und diese bejahte. In der kontradiktorischen Einvernahme berichtete sie von zehn Übergriffen innerhalb von sechs Jahren. Zunächst hätte ihr Vater sie gekitzelt und wäre dann "mit dem Finger in mich eingedrungen". Dabei sollen auch Fotos gemacht worden sein, was der Angeklagte ebenso bestritt wie den Missbrauch. Die Übergriffe sollen bis zum elften Lebensjahr stattgefunden haben.

Vom Privatbeteiligtenvertreter - der Anwalt vertritt die Ehefrau auch in der Scheidungsangelegenheit - wurden im Zuge des Strafverfahrens am Montag Fotos vorgelegt, auf denen eine Frau in Mädchenkleidung zu sehen ist. Die Bilder wurden ebenfalls von der Frau in besagtem Zimmer gefunden. Zur Beiziehung eines Computersachverständigen wurde die Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt.