Reflektoren sollen Unfälle verhindern. NÖ Landesjagdverband investiert in Warngeräte und mahnt, das Tempo zu reduzieren.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 14. Oktober 2020 (05:12)
Zu Zeiten des verstärkten Wildwechsels im Herbst sollten Autolenker die Straßenränder im Blick behalten.
APA/Patrick Pleul/dpa

Mindestens 30.000 Wildtiere kommen laut Landesjagdverband in NÖ durch den Straßenverkehr jährlich zu Tode, besonders viele davon im Herbst.

Sylvia Scherhaufer ist Generalsekretärin des NÖ Landesjagdverbandes.
Werner Streitfelder

„Es gibt bestimmte Zeiten im Jahr, in denen Wildunfälle gehäuft auftreten, weil das Wild dann besonders aktiv ist“, sagt Sylvia Scherhaufer, Generalsekretärin des NÖ Landesjagdverbandes. Im Herbst liege die Ursache in der frühen Dämmerung und auch in der Winterzeit, auf die sich das Wild im Gegensatz zu den Menschen nicht umstellt. Aber auch zur Rehbrunft im Juli „ist viel Bewegung im Revier, was zu häufigem Wildwechsel führt“.

Um Fallwild im Straßenverkehr zu vermeiden, hat der Landesjagdverband vor über zehn Jahren das Projekt „Wildtiere und Verkehr“ initiiert, das er gemeinsam mit dem Land NÖ und der Universität für Bodenkultur (BOKU) durchführt: Im Rahmen des Projektes werden Wildwarnreflektoren entlang der Straßen montiert. Diese funktionieren mit Licht-Reflexionen und akustischen Signalen, die das Wild abschrecken.

Bereits über 100.000 Wildwarngeräte aufgestellt

„Die Zahl der Nachtunfälle konnte so um bis zu 70 Prozent reduziert werden“, berichtet Scherhaufer. Finanziert werden die Warngeräte von Jägerschaft, Land NÖ und Landesjagdverband. Insgesamt wurden bislang über 100.000 dieser Wildwarngeräte in 390 Jagdrevieren entlang von 1.400 Kilometern Landesstraße aufgestellt. Der Landesjagdverband hat in das Projekt bislang rund 440.000 Euro investiert.

„Hohe Geschwindigkeiten sind eine wesentliche Ursache für die vielen Wildunfälle“, weiß Scherhaufer. Sie empfiehlt, besonders zu den Tagesrandzeiten vorsichtiger zu fahren und die Straßenränder im Blick zu haben. Um die Autolenker zu sensibilisieren, gibt es auch in diesem Herbst TV- und Radiospots, die der Jagdverband in Kooperation mit ORF und Kuratorium für Verkehrssicherheit produziert hat.

Übrigens: Wer einen Wildunfall hat, muss umgehend die Polizei verständigen. „Fallwild darf auch nicht mitgenommen werden, das ist das Recht des Jägers vor Ort“, sagt Juristin Scherhaufer, denn „Fallwild unterliegt dem Jagdrecht.“

Umfrage beendet

  • Wildtierunfälle: Gibt es genug Warnhinweise?