Alle 14 Minuten Unfall ein Wildtier-Unfall. Zur Herbstzeit steigt die Gefahr von Zusammenstößen mit Wild wieder stark an. Besonders NÖ ist ein gefährliches Pflaster.

Von Gina Christof. Erstellt am 03. Oktober 2014 (20:50)
Rund 83.400 Wildtiere kommen jedes Jahr auf Österreichs Straßen zu Tode. Etwa 28.600 waren es im Jahr 2013 allein in Niederösterreich. „Das bedeutet, dass in NÖ alle 14 Minuten ein Wildunfall passiert“, erklärt Peter Thirring, Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes. 

Vor allem die Zahl der Sachschäden sei dabei relativ groß. Die versicherten Sachschäden würden jährlich rund 45 Millionen Euro betragen. „Zählt man noch die nicht versicherten Schäden dazu, kann sich diese Zahl durchaus verdoppeln bis verdreifachen“, sagt Thirring. 

Vorsicht auch auf kleinen Landeshauptstraßen

Doch auch Personenschäden seien oft nicht ausgeschlossen. Rund 355 Menschen würden so jährlich zum Teil schwer verletzt werden – 115 waren es im vergangenen Jahr allein auf NÖ-Straßen. „Die Bezirke Mistelbach und Hollabrunn sind besonders betroffen“, erklärt Peter Lebersorger, Generalsekretär der Zentralstelle der österreichischen Landesjagdverbände und Geschäftsführer des NÖ Landesjagdverbandes. Der Grund dafür sei, dass in diesen zwei Bezirken das meiste Niederwildvorkommen (Feldhase und Fasan) Mitteleuropas aufzufinden ist.
 
Besondere Vorsicht sei generell auch auf kleinen Landeshauptstraßen geboten, auf denen eher selten Autos fahren würden. „Die Gefahr eines Zusammenstoßes auf der Horner Bundesstraße ist beispielsweise relativ gering, da dort sehr viel Verkehr herrscht“, sagt Lebersorger. 

„Runter vom Gas, bremsbereit fahren“

Ganz anders sehe es da auf der Kamptaler Bundesstraße oder auf Verbindungsstraßen zwischen Bezirkshauptstädten aus. Besonders im Herbst sei zur Dämmerung – also in der Früh und am Abend – äußerste Vorsicht geboten. „Das Problem ist, dass sich gerade in der Herbstzeit die Interessen treffen, da Menschen und Tiere beide am späten Nachmittag unterwegs sind“, meint Lebersorger. 
 
Was kann aber nun getan werden, um Zusammenstöße möglichst zu vermeiden? „Runter vom Gas, bremsbereit fahren und erhöhte Aufmerksamkeit – das kostet nichts und bringt enorm viel“, rät Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. 
Sollte es dennoch zu einer Begegnung mit einem Wildtier kommen, sei es das Wichtigste abzublenden und zu bremsen. „Auf keinen Fall sollte aber das Lenkrad verrissen werden – auch wenn das bedeutet, dass das Tier überfahren wird“, meint Thann.