Fragen und Antworten rund ums neue Coronavirus.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 03. März 2020 (11:09)
Untersuchungen zum Coronavirus
APA (dpa)

Was ist der neue Coronavirus?

Im Dezember 2019 infizierten sich in China Menschen mit einer Krankheit, die davor noch nie beim Menschen nachgewiesen wurde. Zunächst wurde der Erreger als 2019-nCoV bezeichnet, später auf SARS-CoV-2 umbenannt. Die Erkrankung heißt COVID-19 (Coronavirus Disease 2019).

Verschiedene Coronaviren (CoV) können von leichten Erkältungen bis hin zu schweren Lungenentzündungen verursachen. Zu den Coronaviren gehören unter anderem auch das MERS-Coronavirus und das SARS-Coronavirus.

Wie kann man sich anstecken?

Das Virus wird von Mensch zu Mensch vorwiegend durch Tröpfcheninfektion, also durch Husten, Niesen oder Speichel übertragen.

Wie soll man sich verhalten?

Das Innenministerium hat gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium Maßnahmen zum Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus zusammengestellt:

  • Waschen Sie Ihre Hände häufig!
    Reinigen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mit einer Seife oder einem Desinfektionsmittel.
  • Halten Sie Distanz!
    Halten Sie einen Abstand von mindestens einem Meter zwischen sich und allen anderen Personen ein, die husten oder niesen.
  • Berühren Sie nicht Augen, Nase und Mund!
    Hände können Viren aufnehmen und das Virus im Gesicht übertragen.
  • Achten Sie auf Atemhygiene!
    Halten Sie beim Husten und Niesen Mund und Nase mit gebeugten Ellbogen oder einem Taschentuch bedeckt und entsorgen Sie dieses sofort.
  • Wenn Sie Symptome aufweisen oder befürchten erkrankt zu sein, bleiben Sie zu Hause und wählen Sie bitte 1450.

Welche Symptome gibt es?

Die meisten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus verlaufen mild. Anzeichen einer Erkrankung sind:

  • Fieber,
  • Husten,
  • Kurzatmigkeit und
  • Atembeschwerden.

Nur in schwereren Fällen kann die Infektion eine Lungenentzündung, ein schweres akutes Atemwegssyndrom, Nierenversagen und sogar den Tod verursachen, informiert www.sozialministerium.at.

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Derzeit geht man von einer Inkubationszeit von 14 Tagen aus, vom Zeitpunkt der Ansteckung mit dem Virus bis zum Beginn von Krankheitssymptomen.

Was soll man bei Verdacht auf COVID-19 tun?

Wenn man Symptome hat, sollte man nicht zum Arzt oder in die Spitalsambulanz gehen, sondern zum Telefon greifen und die Nummer 1450 wählen!

Übrigens: „Es gibt in den Ordinationen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte KEINE Schnelltests zum Nachweis des Coronavirus“, informiert ein Plakat für Arztordinationen.

Was passiert bei Verdacht auf COVID-19?

Bei Verdacht auf den neuen Coronavirus erhebt die Bezirksverwaltungsbehörde die Infektionsquelle und lässt untersuchen, ob Covid-19 vorliegt. Personen unter Verdacht werden gefragt, ob andere in ihrem Umfeld ebenfalls die Symptome haben, um herauszufinden, wo sie sich angesteckt haben bzw. ob sie schon jemanden angesteckt haben, und mit wem sie Kontakt hatten (Kontaktpersonen). Alle Infos werden dokumentiert. Innerhalb von 24 Stunden wird der Verdachtsfall in das Register anzeigepflichtiger Krankheiten eingegeben. Seit 27. Jänner 2020 sind Verdachts-, Erkrankungs-, und Todesfälle von COVID-19 in Österreich meldepflichtig. Der Verdachtsfall wird in eine Risikoklasse eingeteilt und der Betroffene gegebenenfalls getestet oder abgesondert.

Was passiert bei Verdacht mit dem Betroffenen?

Mögliche Erkrankte werden nach ihren Symptomen befragt und danach, ob sie in den vergangenen 14 Tagen möglicherweise Kontakt mit einem Infizierten hatten oder in einem betroffenen Gebiet waren. Treffen bestimmte Kriterien zu, wird der Amtsarzt verständigt, verrät Lechner. Dieser entscheidet, ob der Verdachtsfall begründet ist und ob der Betroffene ins Krankenhaus muss. Falls ja, holt der Rettungsdienst mit Schutzausrüstung die betroffene Person ab und bringt sie ins Krankenhaus.

Im Uniklinikum St. Pölten (für Verdachtsfälle aus den Regionen Mostviertel, Waldviertel und Mitte) und im Landesklinikum Mödling (für Verdachtsfälle aus dem Weinviertel und der Thermenregion) werden Verdachtsfälle getestet. „Die Probe wird an der Virologie der Medizinischen Universität Wien ausgewertet“, erläutert Bernhard Jany, Leiter Unternehmenskommunikation der NÖ Landeskliniken-Holding. Zum Schutz für das Krankenhauspersonal gibt es FFP2-Masken mit Ausatemventil, Untersuchungshandschuhe, Schutzkittel, Schutzbrille usw.

Was ist, wenn man tatsächlich COVID-19 hat?

Wurde SARS-CoV-2 nachgewiesen, gilt man als bestätigter Fall – unabhängig von Symptomen.

Bei einem milden Verlauf der Erkrankung kann der Betroffene zu Hause in Quarantäne bleiben. Dort sollen sie auch bleiben und Sozialkontakte meiden.

Braucht der Betroffene ein Krankenhaus, wird er in ein spezielles überstellt. Am Wochenende  wurde die Frau des Ehepaares aus dem Bezirk Korneuburg etwa ins Kaiser-Franz-Joseph-Spital (SMZ Süd) nach Wien gebracht. Hauptziel-Klinikum in Niederösterreich ist das Landesklinikum Melk. Warum? „Die erstklassige Qualifikation des Personals und die baulichen Gegebenheiten erlauben es, dort sehr rasch eine bestens ausgestattete Einheit zum Separieren von Patienten zu organisieren“, informiert der Vorstand der NÖ Landesgesundheitsagentur, Konrad Kogler. Melk verfüge über eine hervorragende intensivmedizinische Expertise, entsprechenden Beatmungsmöglichkeiten, hat eine optimale Versorgungsgröße und ist verkehrstechnisch optimal angebunden.

Wo kann man sich über das neue Coronavirus informieren?

Bei allgemeinen Fragen steht die Homepage, aber auch eine eigene Hotline der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) unter 0800 555 621 rund um die Uhr zur Verfügung, heißt es aus dem Büro von Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig.

https://www.ages.at/

https://www.sozialministerium.at/