Einbruchs-Tipps aus dem Netz waren „ein Schmarrn“. Zwei Weinviertler mit Geldsorgen holten sich Tipps zum Bankomat-Knacken aus dem Internet. Gut waren die allerdings nicht.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 24. Oktober 2017 (02:44)
Johann Lechner
Dieser Bankomat (im Bild mit Mitarbeiterin Karin Maier) in der Raiba Straß widerstand dem Schweißbrenner des Einbrecherduos.

„Laut Internet sollte es nur eine Minute dauern, aber ich schweißte schon zehn Minuten und es funktionierte nicht. Entnervt haben wir dann den Hut draufg’haut und wieder eingepackt. Uns ist auch die Muffen ’gangen. Wir sind raus, und da ist schon die Polizei g’standen“, schildert das gescheiterte Einbrecherduo, zwei Weinviertler (25- und 27-jährig) aus dem Bezirk Hollabrunn, vor Gericht.

„Sie waren ganz schön am Werken“, merkt die Richterin nach einem Blick auf die Tatortfotos an, und sie kommentiert: „Das Internet ist nicht immer ein guter Ratgeber.“

"Sie sind haarscharf an einer Gefängnisstrafe vorbeigeschrammt"

„Ja, die Tipps waren ein Schmarrn. Überhaupt war die ganze Aktion ein Riesenblödsinn“, zeigt der 25-jährige Weinviertler späte Einsicht. Er habe mit seinem Freund aus Kindertagen, den ebenfalls Geldsorgen plagten, zunächst nur im Spaß darüber geredet, wie man einen Bankomaten knacken könnte.

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„Uns ist auch die Muffen ’gangen“, sagt einer der Angeklagten über den misslungenen Versuch, einen Bankomaten aufzuschweißen.

Nach einigen Recherchen im Internet sei ein Tatplan gereift, man habe das Einbruchswerkzeug zusammengetragen und sei dann am 13. Juli dieses Jahres in Strass zur Tat geschritten, gesteht das Duo. Aber noch vor dem Eintreffen der Polizei habe man schon aufgegeben, beteuert es und ihr Verteidiger Hans-Peter Pflügl spricht von einem fast untauglichen Versuch.

Für das bislang unbescholtene und reumütige Duo setzt es mit je sechs Monaten bedingt ein mildes Urteil (nicht rechtskräftig). „Sie sind haarscharf an einer Gefängnisstrafe vorbeigeschrammt“, mahnt die Richterin die zwei Weinviertler nach der Urteilsverkündung.