AMS: Große Chancen für Arbeitsuchende in der Pflege. Das AMS hat sein Spezialthema im April der Beschäftigung im Pflegebereich gewidmet. Die Beschäftigungsentwicklung im Pflegebereich lag in den vergangenen zehn Jahren deutlich über dem Durchschnitt.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 03. Mai 2021 (15:46)
Symbolbild
APA (Symbolbild/dpa)

Prognosen zeigen, dass dieses Beschäftigungsfeld - aufgrund des zu erwartenden Anstiegs der älteren Bevölkerung - in den nächsten Jahren weiter kräftig wachsen wird. Das AMS fördert Ausbildungen im Pflegebereich.

"Gute Pflege und Betreuung sind das Um und Auf für die Lebensqualität in einer älter werdenden Gesellschaft. Pflegeberufe sind enorm wertvoll und sie bieten tolle Jobchancen für Junge aber auch für jene, die pandemiebedingt eine ganz neue Arbeit suchen müssen", hält AMS-Vorstand Johannes Kopf fest.

Angesichts der Bevölkerungsentwicklung ist der höhere Bedarf an Arbeitskräften in der Pflege klar: Prognosen der Statistik Österreich zufolge steigt die Bevölkerung ab 65 Jahren in den nächsten 30 Jahren um rund 56 Prozent von derzeit 1,7 Millionen auf 2,6 Millionen Personen. Die Zahl der Über-85-Jährigen steigt sogar um 155 Prozent von 226.000 auf 578.000 Menschen.

Derzeit deckt die Pflege durch Angehörige einen Großteil des Pflegebedarfs ab. Die häusliche Pflege wird zu drei Viertel von Frauen geleistet. Doch bei der steigenden Zahl der Personen im möglicherweise "pflegebedürftigen Alter" werde deutlich, dass der künftige Pflegebedarf immer mehr durch professionelle Angebote abgedeckt werden muss.

Laut Dachverband der Sozialversicherungsträger gab es 2020 in Pflege- und Altenheimen, in sozialer Betreuung älterer und behinderter Menschen insgesamt 54.800 Beschäftigungsverhältnisse, drei Viertel der Beschäftigten waren Frauen. Seit 2008 belief sich der Anstieg auf 39 Prozent, besonders deutlich war der Anstieg im Bereich der Pflegeheime mit +164 Prozent. (Gesamtbeschäftigungsanstieg 2008-20: +9,7 %). Die Arbeitslosenquote lag mit 5,6 Prozent deutlich unter der Gesamtquote des Jahres 2020 von 9,9 Prozent.

Im Jahr 2019 wurden 153.152 ältere Menschen durch mobile Dienste (z.B. Hauskrankenpflege, Heimhilfe) zu Hause betreut, 96.458 Personen waren in stationären Einrichtungen (Pflegeheime, Pflegewohnhäuser etc.) untergebracht und 9.040 erhielten eine Kurzzeitpflege im stationären Bereich. 8.883 Personen nahmen teilstationäre Tagesbetreuung (Tagesstätten, Tageszentren) in Anspruch, 3.465 lebten in alternativen Wohnformen (betreubares/betreutes Wohnen) und 109.189 Personen konnte im Rahmen des Case- und Caremanagements geholfen werden.

Fast 100 Prozent der 24-Stunden-Betreuung werden über selbstständige Personenbetreuung abgewickelt. Die Wirtschaftskammer Österreich verzeichnet ca. 60.000 Mitglieder im Berufszweig der selbstständigen Personenbetreuerinnen.

Die Mittelfristprognose des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) geht von einem Anstieg von 15.300 zusätzlichen Jobs für Arbeitskräfte in der akademischen Pflege und Geburtshilfe, von 10.400 für Assistenzfachkräfte im Gesundheitswesen und 21.200 für einfache Pflegetätigkeiten (Betreuungsberufe im Gesundheitswesen) bis zum Jahr 2025 aus (ausgehend vom Jahr 2018).

Im Jahr 2020 nahmen rund 10.600 Personen an AMS finanzierten Angeboten von Gesundheits- und Pflegeausbildungen teil. In die Ausbildungen wurden seitens des AMS rund 51 Mio. Euro investiert. In dieser Summe sind nur bei den Fachkräftestipendien auch die Existenzsicherungskosten enthalten.