Zwei Jahre Krise: „3G reicht nicht“

Erstellt am 10. März 2022 | 05:19
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8299196_noe10chr_armutsnetzwerk_c_shutterstock_.jpg
Kein Geld im Börsel. Ein-Eltern-Haushalte sind extrem armutsgefährdet.
Foto: Shutterstock.com/StanislauV
Nach zwei Jahren Pandemie schlägt das Armutsnetzwerk NÖ, ein Dachverband von 29 Mitgliederorganisationen und Einzelpersonen, Alarm: Die 3Gs Gewaltfreiheit, gerechte Verteilung und Gesundheit sind für Menschen in Armut zu wenig.
Werbung

Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen waren schon vor der Corona-Zeit in Schieflage, Covid-19 hat bereits bestehende Probleme vergrößert. Anhand konkreter Beispiele zeigte das Armutsnetzwerk, wie es um die soziale Sicherheit von Frauen bestellt ist.

Da ist das Beispiel einer ehemaligen Pflegeassistentin, Alleinerzieherin mit zwei Kindern. Sie musste den Beruf wechseln, denn die ständigen Schichtänderungen, teilweise kamen die Informationen mitten in der Nacht, haben ihr Leben unerträglich gemacht. Fast die Hälfte ihres 1.500-Euro-Verdienstes musste sie für die Kinderbetreuung durch eine Tagesmutter aufwenden. Die Arbeiterkammer, Mitglied des Armutsnetzwerkes, fordert hier neben mehr Personal und besserer Bezahlung vor allem leistbare Kinderbetreuungs-Angebote.

Ein anderes Beispiel ist das einer Frau, die hochschwanger vom Lebensgefährten verlassen wurde. Das Baby muss nach der Geburt operiert werden, die Heilung erfordert strenge Hygienemaßnahmen, die in der feuchten und schimmligen Wohnung nicht einzuhalten sind. Die Frau bekommt zwar eine Gemeindewohnung, aber die hat weder eine Küche noch eine Heizung.

Ein grundsätzliches Problem dieser sehr vulnerablen Gruppe der Alleinerzieherinnen ist, dass Anträge auf Sozialleistungen bei Behörden oft mehrere Monate dauern. Die laufenden Kosten sind weiter zu bezahlen. Auch ist leistbarer Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen kaum zu finden. Ein-Eltern-Haushalte weisen laut Armutsnetzwerk mit einer Quote von 31 Prozent die höchste Armutsgefährdung aller Haushaltsformen auf.

Info: www.armutsnetzwerk.at