Asylwerber schon bei Ankunft Corona-positiv. Laut APA ist die Zahl der Corona-Positiven im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen im Bezirk Baden heute am Donnerstag - nach einem Rückgang am Vortag - erneut auf 97 gestiegen. Damit wurde eine Zunahme um 16 Fälle verzeichnet.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 09. September 2021 (18:32)
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Das Auf- und Ab im Erstaufnahmezentrum was die Zahl der Corona-positiven Asylwerber betrifft, dauert schon die letzten beiden Wochen, die NÖN berichtete bereits in der Printausgabe und online darüber. Laut Bezirkshauptmannschaft Baden erfolge die Clusterbildung aber nicht im Erstaufnahmezentrum selbst, sondern die Menschen würden sich bereits auf der Flucht infizieren.

Auch zum neuerlichen Anstieg der infizierten Asylwerber sagt Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner: "Es ist richtig, dass bei der Anzahl der Asylwerbenden ein Anstieg zu beobachten ist. Dies bedeutet, dass mehr neu ankommende Personen einer Erstuntersuchung und damit einer Covid-19 Testung unterzogen werden. Dadurch steigt auch zwangsläufig die Anzahl der positiv getesteten Personen in der Betreuungsstelle Traiskirchen. Es bleiben jedoch nicht alle Asylwerbenden in der Betreuungseinrichtung in Traiskirchen, sie werden auch in andere Versorgungseinrichtungen des Bundes verlegt."

Die Anzahl der positiv getesteten Person liege aktuell seit einigen Tagen ungefähr bei +/- 79, wobei 34 Testergebnisse einen Ct-Wert über 30 aufweisen und daher davon ausgegangen werden könne, dass diese Personen nicht infektiös sind.

An ein generelles Betretungsverbot, wie es während der Zeit der ersten beiden Lockdowns schon einmal über die Betreuungseinrichtung verhängt wurde, denkt die Bezirkshauptfrau zurzeit nicht. Sie sagt zur NÖN-Anfrage: "Gesundheitsbehördliche Maßnahme sind aktuell nicht geplant, da die betroffenen Personen in der weit überwiegenden Anzahl positiv in Traiskirchen ankommen – sie haben sich auf der Fluchtroute infiziert."

Für die Zuweisung in die diversen Erstaufnahmezentren, also auch für Traiskirchen, ist das Bundesministerium für Inneres zuständig. Sonnleitner betont, dass nur das Innenministerium die Zahlen über Neuankommende und Verlegungen parat hat und darüber Auskunft geben kann. "Die Gesundheitsbehörde wird über positive Testungen informiert, um entsprechende rechtliche Anordnungen treffen zu können", erläutert Sonnleitner. Eine NÖN-Anfrage an das Innenministerium, wie viele Asylwerber pro Woche in Traiskirchen ankommen, wurde bis dato noch nicht beantwortet.