Aufschrei wegen Flüchtlingslager. Lager Traiskirchen ist wieder einmal überbelegt. Ansturm syrischer Flüchtlinge.

Von Martin Gebhart. Erstellt am 02. Juni 2014 (08:49)
NOEN, @ Franz Baldauf

Bereits seit einigen Wochen übersteigt die Zahl der Flüchtlinge im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen deutlich die Vereinbarung zwischen dem Land und dem Innenministerium. 480 Asylsuchende sind für Traiskirchen vereinbart, rund 1.100 sind derzeit dort untergebracht. Weswegen der neue SPÖ-Bürgermeister Andreas Babler nun forderte, dass mehr Erstaufnahmezentren geschaffen werden.

ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner zeigte für dessen Aufschrei zwar Verständnis, hält dennoch wenig von der Schaffung neuer Zentren. Für sie ist es in erster Linie notwendig, dass die Bundesländer ihre Quoten erfüllen. Als erster Entlastungsschritt wurden nun in Tirol rasch 100 neue Plätze für Asylwerber geschaffen.

Konkret funktioniert das so, dass ein bereits vorhandenes Quartier in der Gemeinde Fieberbrunn von einer Landesunterbringung in eine Bundesbetreuungsanstalt umgewandelt wird. In dieser kommen schrittweise 100 derzeit in Traiskirchen untergebrachte Asylwerber unter. Dafür werden die jetzt in Fieberbrunn lebenden Flüchtlinge auf neue Quartiere in Tirol verteilt.

Anstieg bei syrischen Flüchtlingen 

Mikl-Leitner ist überzeugt davon, dass die Bundesländer auch mithelfen werden. Vor allem bei der Unterbringung der syrischen Flüchtlinge, die jetzt vermehrt nach Europa kommen. Für Mai werden derzeit rund 1.750 Asylanträge erwartet. Das ist eine Steigerung von 31 Prozent gegenüber dem April.

Auch Landesrätin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger vom Team NÖ, die in Niederösterreich für das Asylwesen zuständig ist, versucht, die anderen Bundesländer zu Mithilfe zu animieren. Sie plant in den kommenden Wochen eine Tour durch Österreich, um für die Aufnahme von Flüchtlingen in den Ländern zu werben.