Aus den Gerichtsälen. Diesmal unter anderem über einen Shuttle-Dienst für eine Abrüster-Feier.

Erstellt am 27. März 2014 (14:00)
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Wenn die erste Liebe endet

Das Ende seiner ersten großen Liebe wollte ein 19-Jähriger aus dem Bezirk Krems nicht akzeptieren. Seine Versöhnungsversuche – Tausende Liebesnachrichten, Briefchen an der Windschutzscheibe oder Blumengrüße – begeisterten die Angebetete aber nicht, sondern versetzten sie in Angst und Schrecken. Als der Galan die Kremserin dann noch zu verfolgen begann, zeigte sie ihn an.

„Ich habe es jetzt begriffen“, beteuerte der 19-Jährige vor Gericht. Der bislang Unbescholtene fasst Diversion mit 20 Stunden Sozialarbeit aus.
 

Shuttle-Dienst kein Amtsmissbrauch

„Abrüsten“ hieß es im Juni vergangenen Jahres für 40 Rekruten nach sechs Monaten Grundwehrdienst in Allentsteig. Und dies wurde traditionell auch gefeiert, in einer Waldviertler Diskothek. In einem Heeresbus wurden die Abrüster zur Diskofete transportiert und sicher wieder retour ins Quartier gebracht.

„Ich bin davon ausgegangen, dass die Burschen Alkohol konsumieren. Es gibt in dieser Gegend keine öffentlichen Verkehrsmittel, und ich wollte vermeiden, dass einer der Soldaten betrunken mit dem Privatauto fährt. Eine Taxifahrt ist vielen zu teuer. Ich habe eine Fürsorgepflicht gegenüber meinen Untergebenen und deshalb habe ich einen Shuttle-Dienst gestellt“, erklärte Oberleutnant Thomas F. der Technischen Kompanie des Pionierbataillons 3 in Melk, warum er einen Kraftfahrer zum Chauffeurdienst mit einem Heeresfahrzeug abkommandiert hatte.

Er habe bei seinem Vorgesetzten auch das Okay einer „Betreuungsfahrt“ eingeholt, sagte der Berufsoffizier vor Gericht und wollte von einem Amtsmissbrauch im Gegensatz zu Staatsanwalt Frederic Artner nichts wissen.

„Ich wollte keiner Mutter sagen müssen, dass ihr Sohn verunglückt ist“, erklärte Thomas F. mit fester Stimme, und er steht nach wie vor zu seinem Transportbefehl. Schlussendlich nahm die Causa für den Berufsoffizier ein gutes Ende: Richterin Susanne Daniel fällte einen Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig – Ankläger Frederic Artner gab keine Erklärung ab.