Aus den Gerichtssälen. Diesmal über einen Drogendealer, der mit Blüten gelinkt wurde, und einen Eishockeyspieler, der einen Pizzakoch prügelte.

Erstellt am 18. Juni 2013 (13:00)
NOEN
Drogendealer mit Blüten gelinkt

Von einem Drogendealer betrogen zu werden, damit rechnete ein offensichtlich naiver Maurer (20) aus dem Bezirk Horn nicht. Die Schmach, dass er für sein Geld zu wenig Suchtgift erhalten hatte, ließ ihn auf Rache sinnen. Mit einem befreundeten Pärchen kam er auf die aberwitzige Idee, beim nächsten Drogenkauf mit Blüten zu bezahlen. Plumpe Fälschungen (nur eine Seite bedruckt, die Rückseite weiß) waren schnell fabriziert.

Am 3. Dezember 2012 ging das riskante Geschäft dann in Limberg am Bahnhof über die Bühne. Der 20-Jährige ging sogar das Risiko ein, sich von der eigenen Mutter zum Übergabeort chauffieren zu lassen. Zunächst ging alles gut: Für fünf 100-Euro-Scheine der Marke Eigenbau erhielt der Maurer 47 Gramm Cannabiskraut. Er saß aber kaum im Auto, kamen die gelinkten Dealer gelaufen und bewarfen das Fahrzeug mit Steinen. „Gib Gas, die bringen uns um!“, schrie der 20-Jährige.

Seine Mutter gab Gas und es gelang ihr, die wutentbrannten Verfolger abzuhängen.
Vor Gericht zeigte er sich geständig und wurde wegen des Verbrechens der Geldfälschung zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt (rechtskräftig).

Arbeiter „musste“ betrunken fahren

Mit 1,3 Promille im Blut setzte sich ein Arbeiter aus Herrnbaumgarten im Bezirk Mistelbach am 30. März dieses Jahres ans Steuer seines VW-Transporters. Seine Heimreise von Tschechien endete auf der L 22 gegen fünf Uhr früh mit einem Unfall: Der alkoholisierte Fahrer war eingeschlafen und das Fahrzeug gegen ein Brückengeländer gekracht. Dabei wurde der Beifahrer, ein 32-Jähriger aus Drasenhofen, aus dem Wagen geschleudert und schwer verletzt (Oberschenkelbruch, Hirnblutung, Schädelhirntrauma). Der Unglückslenker hingegen kam mit leichten Verletzungen davon.

„Wir wollten nach der Zechtour ja mit einem Taxi heimfahren. Aber wir haben keines um diese Zeit gefunden. Was blieb uns da anderes übrig, als mit dem Auto zu fahren?“, beteuerte der 28-jährige Arbeiter vor Gericht.
Mit dieser Verantwortung kam der Weinviertler bei Richter Oskar Maleczky aber nicht durch. Er wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen zu von fünf Monaten auf Bewährung verurteilt.

Sportler bearbeitete Zähne eines Kochs

Eishockeyspieler sind hart im Nehmen, aber auch im Austeilen, wie ein Vorfall am 24. Juni 2012 in Groß-Enzersdorf untermauert. Ein im Ausland tätiger Berufssportler (29) besuchte mit seinem Vater ein Fußballturnier. Gegen Mitternacht belästigte ein Alkoholisierter einige Besucher und kollidierte unsanft mit dem 29-Jährigen. Als der Vater des Sportlers den Torkelnden zur Rede stellen wollte, mischte sich ein Groß-Enzersdorfer Pizzakoch (32) ein. Ein folgenschwerer Fehler: Mit einem ordentlichen Schwinger befreite der Eishockeyspieler seinen Vater aus dem Festhaltegriff.

Einige lockere Zähne und der Verlust von zwei Schneidezähnen waren die Folgen für den Koch. „Es tut mir sehr leid“, beteuerte der Sportler vor Gericht. Er war auch sofort damit einverstanden, dem Opfer die anfallenden Zahnarztkosten zu bezahlen. Noch im Gerichtssaal übergab er dem Koch 1.900 Euro.

Das reumütige Geständnis und die Wiedergutmachung fanden Gefallen bei Richterin Karin Santa: Verfahrenseinstellung nach Bezahlung einer Geldbuße von 2.000 Euro.