Aus den Gerichtssälen - einfach kurios. Diesmal unter anderem über ein "frostig-hitziges" Beziehungsende und einen Berufsverbrecher.

Erstellt am 24. Juli 2013 (13:00)
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Einfach kurios: Zwischen Heizung und Gefriertruhe

Ehe, Scheidung, dann wieder eine Lebensgemeinschaft: Die Beziehung eines Hollabrunner Paares kann man durchaus als turbulent bezeichnen. Am 4. Februar dieses Jahres neigte sich der Beziehungspegel wieder einmal nach unten. Der 63-jährige Pensionist suchte nach einer Unterleibsoperation nicht nur menschliche Wärme, er fror und drehte die Heizung bis zum Anschlag auf. Er war auch verstimmt, weil er sich von seiner Gefährtin nicht gut versorgt fühlte. „Viel zu heiß, ich kann nicht schlafen“, befand hingegen die Weinviertlerin und drehte die Heizung wieder ab. Das habe ihn dann auf hundert gebracht. Er habe ihr mit dem Umbringen gedroht, schildert die 58-Jährige vor Gericht.

Der Rekonvaleszente gab seinen verbalen Ausraster reumütig zu: „Ja, ich habe gesagt, dass ich sie umbringen, zerstückeln und danach in die Gefriertruhe stecken werde! Es war ein Blödsinn.“

Das reumütige Geständnis bringt dem bislang unbescholtenen Rentner ein diversionelles Ende: vorläufige Einstellung des Verfahrens für eine zweijährige Probezeit. Beziehungsmäßig endete es drastischer: „Es ist aus“, zog die Ex mit 300 Euro Schmerzensgeld von dannen.

Aus den Gerichtssälen

Zwei Jahre für „Berufsverbrecher“

Am 7. Mai dieses Jahres klickten für den mit europäischem Haftbefehl gesuchten Slowaken Pavel S. die Handschellen.

Die Korneuburger Staatsanwaltschaft warf dem 36-Jährigen zahlreiche Einbrüche im Weinviertel mit einer Schadenssumme von rund 25.000 Euro vor. Der Slowake war in Österreich zwar nie erwischt worden, er hatte an einigen Tatorten aber sein DNA-Profil hinterlassen.

So gab der von Richter Manfred Hohenecker bezeichnete „Berufsverbrecher“ in schönster Profimanier auch nur jene Einbrüche zu, die ihm eindeutig zuzuordnen waren. In Bockfließ im Bezirk Mistelbach war S. in das Clubhaus des Modellsportverbandes eingebrochen und hat Werkzeug, Kabel, Elektrogeräte, Alkoholika und sechs Kilogramm Kaffee mitgehen lassen. Aus der Garage des Modellflugplatzes stahl er Werkzeug, einen Kompressor und Treibstoff.

Auch Einbrüche in den Fischereiverein Strasshof im Bezirk Gänserndorf und in Klein-Engersdorf im Bezirk Korneuburg hat der Mann am Kerbholz.

Für den in Österreich bislang unbescholtenen S. setzte es wegen schweren gewerbsmäßigen Einbruchdiebstahls zwei Jahre Gefängnis (rechtskräftig).

Morgens ohne, abends mit Rad

Täglich fährt eine Marcheggerin (60) mit dem Zug zu ihrem Dienstort in Gänserndorf. Die Putzfrau sorgt in einem Gymnasium für Sauberkeit und Ordnung. Bei den Zugfahrten stachen der Pendlerin zwei Männer ins Auge: Morgens kamen diese ohne Rad, abends führten sie Räder mit. Das kam der Weinviertlerin mehr als komisch vor und sie verständigte die Polizei. Ein Tipp, der zwei Profidiebe aus der Slowakei zur Strecke brachte.

Rastislav S. (42) und Milan K. (40) finanzierten ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf gestohlener Räder. Teure Räder wurden aus Kellerabteilen oder Abstellplätzen entwendet. In Stockerau erbeuteten die Slowaken ein Rennrad im Wert von 9.000 Euro sowie ein Trekkingbike im Wert von 800 Euro.

Das Duo zeigte sich vor Gericht geständig und wurde von Richterin Karin Santa wegen gewerbsmäßigen Einbruchdiebstahls zu je zwei Jahren Gefängnis verurteilt (rechtskräftig).