Bis Sonntag: Coronavirus gebremst, aber nicht gestoppt. 470 Landsleute sind bis Sonntag erkrankt, sechs sind gestorben. Neben Korneuburg wurden Ardagger und Reichenau zu den Hotspots.

Von Walter Fahrnberger und Daniel Lohninger. Erstellt am 23. März 2020 (08:40)
Symbolbild
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Seit einer Woche gelten Ausgangsbeschränkungen. Das Leben hat sich grundlegend geändert. Das Coronavirus zeigt sich davon aber einstweilig wenig beeindruckt.

Gab es Anfang letzter Woche noch 155 Infizierte in NÖ, gibt es mittlerweile 470 (Stand Sonntagnachmittag) – und auch bereits sechs Todesfälle. Die Ausgangsbeschränkungen wurden vorerst bis Ostermontag, 13. April, verlängert.

Verglichen mit Tirol und Oberösterreich ist die Fall-Zahl in NÖ aber gering. Das Nachverfolgen von Kontaktpersonen funktioniert in NÖ gut. Jedoch sei es sehr wahrscheinlich, dass die Zahl noch ansteigen werde, weil die Maßnahmen erst zeitverzögert Wirkung zeigen, heißt es aus dem NÖ Sanitätsstab.

NOEN

Vor zwei Wochen war der Bezirk Korneuburg noch der einzige Coronavirus-Hotspot im Land. Mittlerweile sind Ardagger (Bezirk Amstetten) und Reichenau an der Rax (Bezirk Neunkirchen) dazu gekommen. Unter Quarantäne wurde aber noch keiner der Orte gestellt. Vorgesehen sei laut Sanitätsstab eine derzeitige Maßnahme in NÖ aktuell nicht. Die Ausgangsbeschränkungen würden soziale Kontakte reduzieren. „Selbstverständlich wird die Lage aber auch weiterhin laufend intensiv beobachtet.“

Experten gehen davon aus, dass die Maßnahmen dazu führen, die Zahl der Corona-Infizierten langsamer zunimmt – was nichts daran ändert, dass Spitalskapazitäten für Akutfälle geschaffen werden müssen. In der Vorwoche wurden deshalb neben dem NÖ-Corona-Schwerpunkt-Spital Melk vier weitere regionale Schwerpunkt-Spitäler definiert. Zugleich wurden fast alle Kur- und Rehazentren geschlossen – sie sollen zu Corona-Kliniken umfunktioniert werden: zur Betreuung von Infizierten mit leichten Krankheitsverläufen.

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