Frieda Pfefferer: "Bin keine Schönwetterziege“. Seit 1992 ist Frieda Pfefferer aktive Bergretterin und ebnete den Weg für weitere Frauen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 07. Februar 2017 (02:28)
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Frieda Pfefferer, im Bild mit Helfried Kotzmann, rückt auch unter widrigsten Bedingungen ins alpine Gelände aus, um Menschen zu retten.
Bergrettung Freiland

Eigentlich ist die aus Trautmannsdorf/Leitha stammende Ärztin Frieda Pfefferer eine „Flachländerin“, doch seit 1992 sind die Berge zu ihrer zweiten Heimat geworden. Die 60-Jährige, mittlerweile seit vielen Jahrzehnten im Bezirk Lilienfeld lebende Allgemeinmedizinerin, war eine der ersten aktiven Bergretterinnen in Österreich. Bis heute ist sie als Bergrettungsärztin enthusiastisch im Einsatz.

Erst vor wenigen Wochen ist sie mitten in der Nacht bei minus 11 Grad Celsius unter widrigsten Bedingungen mit Schneeschuhen auf den über 1.000 Meter hohen Muckenkogel ausgerückt, um mit den Bergretterkameraden einen Skitourenfahrer mit gebrochenem Bein zu versorgen. Ihr Weg zur aktiven Bergretterin begann über einen Erste-Hilfe-Kurs, den sie auf Wunsch der Bergrettung Freiland für deren Mitglieder hielt.

Die Allgemeinmedizinerin Frieda Pfefferer (60) ist seit 1992 „enthusiastisches“ Mitglied der Bergrettung.
Wohlmann

„Da war ich das erste Mal bei einer Übung aktiv dabei“, erinnert sie sich, dass hier ihre Leidenschaft für diese Organisation geweckt wurde. Und „gekraxelt“ ist sie ja schon immer gerne. Dabei bekam diese Begeisterung noch vor ihrem Schritt, Mitglied zu werden, einen gehörigen Dämpfer. Ein schwerer Alpinunfall zwang Pfefferer ins Krankenbett. Und just dann, als sie im Spital lag, wurde sie gefragt, ob sie nicht der Ortsstelle Freiland als erste Frau beitreten wolle. „Da habe ich mir schon gedacht, ob die überhaupt noch so ein ,Wrack‘ wie mich wollen“, lacht sie. Aber Pfefferer wurde wieder gesund und zog aus dem Unfall ihre Lehren.

 „Die Kameradschaft zählt. Und da ich Medizinerin bin, ist mein Fachwissen immer gefragt.“ Frieda Pfefferer 

„Ich achte seither viel mehr auf Trittsicherheit!“ Auf Ablehnung ist sie unter den männlichen Kollegen kaum gestoßen. „Die Kameradschaft zählt. Und da ich Medizinerin bin, ist mein Fachwissen immer gefragt“, sagt sie. Generell sei die Akzeptanz von Frauen im Bergrettungsdienst bundesweit stetig gewachsen. Wo stehen Frauen am Berg nun an? „Natürlich gibt es kraftmäßige Grenzen wie beim Tragen von schwerem Gepäck“, weiß sie. Was macht eine gute Bergretterin aus? „Sie soll eine Kameradin und keine Schönwetter-Ziege sein!“, schmunzelt Pfefferer.

Frauen im Bergrettungsdienst begrüßt auch der Landesleiter der NÖ Bergrettung, Wolfgang Ladenbauer: „Für mich war es immer selbstverständlich, dass Frauen zur Bergrettung gehen sollten.“ NÖ sei hier Vorreiter. „Dies zeigt sich, dass wir mit fast zehn Prozent den relativ höchsten Frauenanteil bundesweit haben, Tendenz steigend! Und dass bei uns Frauen dieselben Funktionen und Qualifikationen wie Männer haben.“