Extremes wird zum Trend. Trendsportarten, früher Extremsportlern vorbehalten, bescheren Rettern viele Einsätze.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 12. Dezember 2017 (03:00)
Kaefer Herbert/Fotokaefer
Das Wetter passte zum Thema Bergrettung, als Landesleiter Matthias Cernusca seine Pläne präsentierte. Vor Cernusca die zuständige Landesrätin und LH-Stv. Karin Renner.

Seit sieben Monaten ist Matthias Cernusca Leiter der Bergrettung NÖ/Wien, kürzlich zog er erste Bilanz: Der Winter 2017/2018 wird ein starker werden, denn bis Oktober gab es bereits 600 Einsätze, so viele wie im gesamten Vorjahr. Die Anzahl der Einsätze gehe nach oben, sagt Cernusca, vor allem wegen der Trendsportarten nehmen die Einsätze zu. Zum klassischen Bergsteigen im Sommer oder Skifahren im Winter kommen nun Canyoning, Sportklettern, Eisklettern, Variantenfahren, Schneeschuhwandern und vieles mehr.

Cernusca appelliert an die Bergfexe, die Touren gut zu planen; Sicherheit könne man sich auch mit der besten Ausrüstung nicht erkaufen, „man muss dem Berg auch sportlich gewachsen sein“. Denn die Retter können nicht immer helfen. „Es muss auch verantwortbar sein, einen Retter in eine Situation hineinzuschicken. Wir helfen gerne, aber wir sind keine Selbstmörder.“ Und so müssten eben manchmal Einsätze auch abgebrochen werden. Allerdings, sagt Cernusca, bleiben die Bergretter auch bei einem Abbruch, z. B. wegen Schlechtwetters, immer vor Ort, um den Einsatz fortzusetzen, sobald das wieder möglich ist.

Die Trendsportarten, die den Bergrettern mehr Arbeit bescheren, müssen natürlich auch geübt werden, daher steht das Thema Ausbildung ganz oben auf Cernuscas Agenda. Gleich neben Investitionen in die Infrastruktur und Nachwuchsarbeit.