besser. passiert ist. Experten empfehlen Anderes.

Erstellt am 16. September 2012 (17:49)
Von Eva Hinterer und Gila Wohlmann

„Die meisten Leute kommen erst dann, wenn sie Verbrechensopfer wurden oder wenn in ihrer Umgebung Einbrüche passiert sind“, sagt Chefinspektor Andreas Bandion, Leiter des Fachbereichs Kriminalprävention im Landeskriminalamt. Und bringt damit auf den Punkt, was die Polizei generell beklagt: Alarmanlagen werden meist erst dann eingebaut, wenn bereits eingebrochen wurde.

Daher fördert das Land NÖ im Rahmen der Aktion „Sicheres Wohnen“ jetzt wieder den Einbau von Alarmanlagen. Das hat auch den ganz konkreten Hintergrund, dass es wieder einen Anstieg bei den Einbruchsdiebstählen gegeben hat. Im ersten Halbjahr 2012 gab es laut Kriminalstatistik bei den Wohnungseinbrüchen einen Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011. Bei den Einfamilienhäusern stiegen die Einbrüche im selben Zeitraum um 22 Prozent an.

Die Anlagen sollten zertifiziert von einem konzessionierten Fachbetrieb installiert werden. Fehlbedienungen wie die, dass man bei eingeschalteter Alarmanlage ein Fenster oder eine Türe öffnet, seien nie ausgeschlossen, sagt Andreas Bandion.

Es gibt aber auch „Auswüchse“ der Sicherung. Bandion erinnert sich an eine alleinstehende Villenbesitzerin, die Beratung suchte. Sie hatte auf ihrem Anwesen fünf Alarm- und eine Videoanlage installiert und traute sich schon kaum mehr, von einem Raum in den anderen zu gehen, weil sie einen Fehlalarm befürchtete. „Firmen, die Kunden so eine extreme Absicherung einreden, sind unseriös“, meint Bandion.

Zur Investition ist ihm aufgefallen: „In Zeiten, wo die Landesförderung auslief, gab es weniger Interesse an unseren Beratungen über Alarmanlagen.“

Die positive Wirkung von Förderungen bestätigt auch Peter Zehetner, Geschäftsführer der Wiener Neustädter Firma i-Alarmsysteme, der seit über 25 Jahren in der Sicherheitsbranche arbeitet. „Eine Förderung hilft schon, das merken wir auch. Man darf ja nicht vergessen, dass die Leute nach dem Hausbau meistens kein Geld mehr haben.“ Dabei kostet der Einbau einer guten Sicherung, salopp formuliert, nicht die Welt. „3.000 Euro inklusive Montage und Mehrwertsteuer sind etwa für ein Einfamilienhaus zu veranschlagen, bei einer Wohnung ist es etwa die Hälfte“, nennt Sicherheitsprofi Zehetner konkrete Zahlen. Und empfiehlt unbedingt den Einbau von Anlagen, bei denen Bedienteil und Zentrale getrennt platziert werden. „Wenn sie beides gleich neben der Wohnungstüre montieren, dann kann ein Einbrecher die ganze Anlage zum Beispiel mit einem Hammerschlag außer Gefecht setzen. Oder sie wird aus der Wand gerissen und in einen Kübel mit Wasser geworfen, damit ist sie kaputt.“

Alarmierung über  verschiedene Stellen

 

Was Zehetner seinen Kunden nahelegt, ist eine Alarmierung aufs Handy. „Nur eine Sirene ist zu wenig, das erlebt man ja oft in Siedlungen, wo eine Sirene losgeht und es keinen wirklich kümmert.“ Die Alarmierung aufs Handy kann zu verschiedenen Stellen gehen, etwa zu einem Wachdienst. „Jedenfalls sollte sie natürlich über eine besetzte Stelle laufen“, sagt Zehetner. „Wenn zum Beispiel alle Wohnungsbesitzer in der Arbeit sind, dann macht es keinen Sinn, dass die Alarmierung nur über deren Handys läuft.“

Dringend rät er auch zu Magnetkontakten bei Fenstern, die sofort einen Alarm auslösen, wenn sich jemand unbefugt Zutritt verschaffen will. „Die Art der Anlage hängt natürlich auch davon ab, ob sie im Erdgeschoß oder in einem oberen Stockwerk wohnen“, merkt Zehetner an.

Präventionschef Bandion rät, den kostenlosen Beratungsdienst der Polizei in Anspruch zu nehmen: „Speziell geschulte Präventionsbeamte kommen direkt zum zu schützenden Objekt. Sie machen einen Sicherheitscheck und bieten ein maßgeschneidertes Konzept an.“

Kostenloser Beratungsdienst: Infos auf jeder Polizeidienststelle oder direkt beim Landeskriminalamt NÖ, Tel.: 059133-30-3750.

Die Förderung: Es handelt es sich um einen einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss für Investitionskosten von maximal 30 Prozent. Alarmanlagen werden mit bis zu max. 1.000 gefördert; Videoüberwachungen und Alarmanlage mit max. 2.500 .

Die Förderaktion läuft vom 1. 10.

2012 bis 31. 12. 2015.

Beratung und

Förderung