Vorsicht: Falsche Polizisten rufen an!.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 02. Februar 2018 (17:52)
Die Polizei NÖ warnt: Derzeit rufen deutschsprachige Täter vorwiegend ältere Personen an und stellen sich als Kriminalpolizei bzw. Interpol vor.
LPD NÖ

Ein Anruf, warnende Worte und ein vermeintliches Hilfsangebot: Die Betrugsmasche von solchen falschen Polizisten funktioniert ähnlich dem Neffentrick, warnte die Landespolizeidirektion (LPD) NÖ am Freitagnachmittag in einer Aussendung. Das Ziel seien das Geld und die Wertgegenstände der Angerufenen. „Zurzeit gelangen vermehrt Anzeigen nach dem modus operandi „Türkische Callcenter Mafia – falsche Polizeibeamte“ ein“, warnte die LPD.

Technische Tricks um Polizei-Nummer am Display anzuzeigen

Bei den gemeldeten Vorfällen würden deutschsprachige Täter vorwiegend ältere Personen anrufen und sich als "Kriminalpolizei, Interpol oder ähnliches" vorstellen. "Häufig verwenden sie auch technische Tricks (Telefonnummer-Spoofing) damit am Display des Telefons auch die Telefonnummer der Polizei (meist +430133) aufscheint", so die Polizei in der Aussendung.

Es gäbe dabei mehrere verschiedene Szenarien. "Meistens behaupten sie gegen eine internationale Tätergruppe zu ermitteln und Personen dieser kriminellen Gruppierung festgenommen hätten und Mittäter noch flüchtig sind. Dabei seien Hinweise gefunden worden, dass ein Angriff auf das Vermögen der angerufenen bevorstehen würden.  Den Opfern wird Hilfe angeboten und sie werden aufgefordert Bargeld abzuheben und sonstige Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen. In weiterer Folge werden die angerufenen Personen aufgefordert das Geld zu überweisen bzw. Geld und Wertsachen mit einem Paket ins Ausland zu übermitteln oder sie einem Boten zu übergeben", meldete die Polizei.

Und weiter: "Teilweise bauen die Täter auch ein Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern auf und versuchen so an sensible Daten, wie Bankverbindungen, Kontostände, Sparguthaben, Schließfächer usw. zu kommen. Die Opfer werden bei den Telefonaten massiv beeinflusst über alles Stillschweigen zu bewahren, auch gegenüber anderen Polizeibeamten und Bankbediensteten, weil diese nichts von den Ermittlungen wüssten bzw. eventuelle sogar in kriminelle Machenschaften involviert wären."

Wie kann man sich schützen?

Folgendes rät die Polizei:

  • Sofort auflegen

Um sich vor Betrügern am Telefon zu schützen soll man sich gar nicht erst auf ein Gespräch einlassen, sondern sofort auflegen. Die Anrufer sind gut geschult und darauf trainiert am Telefon eine Vertrauensbasis aufzubauen. Sie wissen genau, wie sie jemanden ködern.

  • Von der Telefonnummer am Display nicht täuschen lassen

Um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen manipulieren die Betrüger gezielt die eigene Rufnummer, die am Telefondisplay des Opfers aufscheint.

Die Täter senden durch Telefonnummer-Spoofing die Nummer +430133 mit, sodass die Nummer bei den Angerufenen am Display erscheint. Das soll untermauern, dass der Anruf tatsächlich von der Polizei kommt.

Die Polizei ruft jedoch nie von der Polizeinotrufnummer 133 an!

Lassen sie sich von dem Anrufer den Namen und die Dienststelle geben. Rufen Sie auf dieser Dienststelle an und verlangen den zuständigen Beamten. Dabei sollten sie nicht die vom Anrufer bekannt gegebene Rufnummer verwenden sondern sich die Telefonnummer aus dem Telefonbuch bzw. Internet suchen bzw. die Telefonnummer 059133 wählen und sich zu der Dienststelle verbinden lassen.

Weitere Tipps:

  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge am Telefon bitten
  • Geben Sie niemals vertrauliche Informationen – insbesondere persönliche und finanzielle Verhältnisse an Unbekannte weiter auch wenn sie behaupten  Mitarbeiter offizieller Stellen zu sein.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen auch wenn sie behaupten Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter von Behörden zu sein.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht verunsichern oder unter Druck setzen.
  • Melden Sie verdächtige Vorfälle der nächsten Polizeidienststelle unter Telefonnummer 059133