Auf vielen Seiten: Die NÖN und ihre Vorgänger

Erstellt am 22. Juni 2022 | 01:30
Lesezeit: 4 Min
Heute hat die NÖN wöchentlich 448.000 Leserinnen und Leser und monatlich 1.960.000 Unique Clients online. Ihre Geschichte begann vor mehr als 150 Jahren.
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Mitte des 19. Jahrhunderts. Es ist die Zeit, als St. Pölten durch die Eröffnung der Kaiserin- Elisabeth-Bahn (heute: Westbahn) innerhalb weniger Jahre von einer bürgerlichen 5.000-Einwohner-Stadt zur größten Stadt Niederösterreichs wird.

Und es ist die Gründerzeit vieler Wiener Zeitungen. Ermutigt durch den Wiener Zeitungs-Boom, wagt auch der St. Pöltner Franz Lorenz den Schritt und gründet 1861 den „St. Pöltner Boten“. Ein Lokalblatt für St. Pölten und das Mostviertel. „Geschehenes wahrheitsgetreu berichten“ will die liberale Zeitung, „unpolitisch sein“ und an „der Hebung des gewerblichen, industriellen und geselligen Lebens“ mitwirken. Nach fünf Monaten hat der „St. Pöltner Bote“ mehr als 700 Abonnenten – und zieht die Aufmerksamkeit des St. Pöltner Bischofs Josef Feßler auf sich.

Er erwirbt am 8. Mai 1868 die Lokalzeitung – das Gründungsdatum der „St. Pöltner Zeitung“, wie sie nach der Übernahme durch den Katholischen Pressverein genannt wird. Danach geht es Schlag auf Schlag: 1889 eröffnet der 1874 gegründete Pressverein, der seinen Sitz von Krems in das aufstrebende St. Pölten verlegt, die Druckerei in der Linzer Straße.

Ab 1902 wird der „Bote aus Stadt und Land“ produziert und beigelegt und ab 1907 auch noch eine eigene „Reichs- und Weltpost“. 1909 wird mit der „Illustrierten St. Pöltner Zeitung“ auch noch eine dritte Beilage zur „St. Pöltner Zeitung“ produziert.

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Ersten Republik, in der die „St. Pöltner Zeitung“ dem Anspruch auf politische Unabhängigkeit nicht wirklich gerecht wurde, kommt mit dem Einmarsch der Hitler-Truppen die erste große Zäsur in der Geschichte der „St. Pöltner Zeitung“.

100 Jahre NÖN
Foto: Fotos: Buchecker/NÖN; MicroOne/Shutterstock.com; primopiano/Shutterstock.com

Am 25. Mai 1938 besetzt die SA das Pressvereinsgebäude, beschlagnahmt das Vermögen, enthebt die Vorstandsmitglieder ihrer Funktionen und entlässt nicht regimetreue Mitarbeiter. Ein paar Monate später löst der NS-Gauleiter den Pressverein auf und überführt das Vermögen in die Gauwerke Niederdonau AG. Die „St. Pöltner Zeitung“ wird für sieben lange Jahre zum Propagandablatt der Nazidiktatur. 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges dauert es ein Jahr, bis die „St. Pöltner Zeitung“ erstmals am 7. März 1946 wieder erscheint. Verleger ist die Niederösterreichische Zeitungsgesellschaft St. Pölten. Sie gehört zu gleichen Teilen dem Katholischen Pressverein, der Diözese und der NEWAG. Es dauert sieben Jahre bis zur Rückstellung des Pressvereins-Vermögens durch die
NEWAG.

1965: Die NÖN ist geboren

Nach dem Staatsvertrag folgt im Oktober 1965 die nächste wesentliche Zäsur für die „St. Pöltner Zeitung“. Chefredakteur Hans Ströbitzer, Geschäftsführer Herbert Binder und Marketingleiter Ingfried Huber vereinen die damals 13 Pressvereins-Zeitungen unter dem neuen Markennamen „Niederösterreichische Nachrichten“. Die NÖN ist geboren! Das Erscheinungsgebiet wird Schritt für Schritt erweitert, neue Lokalausgaben werden ins Leben gerufen und 1976 wird das NÖ Pressehaus in der Gutenbergstraße als Medienzentrum für Niederösterreich eröffnet.

100 Jahre NÖN
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Eine der letzten Zäsuren ist die Digitalisierung, die die nunmehr 28 Ausgaben (seit 2021 in neuem Layout) mit wöchentlich 448.000 Leserinnen und Lesern um die Website NÖN.at ergänzt. Tagesaktuell informiert das Online-Angebot (1.960.000 Unique Clients monatlich) nun über das, was in Niederösterreich los ist.

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