20-Jähriger ließ sich Drogen per Post liefern. Im Darknet bestellte ein Mann aus dem Bezirk Amstetten Drogen, vorerst nur für den eigenen Konsum, später verkaufte er auch.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 14. Februar 2017 (02:58)
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Die Drogen wurden per Post geliefert. Bis der Zoll dazwischenkam.
Michael Nivelet/Shutter

„Es war richtig Mist, was ich gemacht habe“, sagt ein 20-Jähriger am Landesgericht St. Pölten. Speed, Cannabis, Ecstasy, Haschisch und LSD kaufte er im Darknet – und verkaufte die Suchtmittel auch weiter.  „Ich hatte viel Stress in der Arbeit, es war zu viel, ich war fertig. Deshalb habe ich Speed konsumiert. Das hat mich abgelenkt. Dann habe ich es bald täglich genommen“, erzählt er.

Bestellt hat der Angeklagte aus der Region Amstetten die Drogen im Darknet, bezahlt mit Bitcoins. Geliefert wurde von Holland zu ihm nach Hause. Wie er das alles hingekriegt hat? „Einfach war es, ich habe mich halt eingelesen“, sagt er. „Bedrückend und unglaublich, das kann ja jeder bewerkstelligen“, wundert sich der Richter.

"Es hat sich aufgeschaukelt"

Lange bestellte der 20-Jährige nur für sich selbst, „dann hat es sich aufgeschaukelt. Mein Auto war kaputt, die Reparaturkosten hoch. Deshalb habe ich dann so richtig verkauft“. 7.800 Euro Erlös erzielte der 20-Jährige durch den Handel mit Illegalem. Ob er sich davon etwas erspart hat? „Ich habe alles verlebt“, erklärt er.

Ans Tageslicht kam alles, als beim Zoll ein an den 20-Jährigen adressiertes Päckchen mit heißer Ware sichergestellt wurde. Suchtgift wurde dann auch bei einer Hausdurchsuchung gefunden. Weil der Angeklagte unbescholten ist, kommt er mit sechs Monaten bedingt davon (nicht rechtskräftig). Den erzielten Erlös aus den Drogendeals muss er an den Staat berappen. „Weil sich Verbrechen nicht lohnen darf, gehört daraus lukriertes Geld dem Staat“, so der Richter.