Säumigem Postler Watschen angedroht. Dass Briefträger wegen eines Vierbeiners die Post nur mehr sporadisch zustellte, versetzte Hundebesitzer (49) in Rage.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 06. September 2016 (05:22)
NOEN, Ralf Kraft/Shutter-stock.com
Briefträger ging dem Risiko, einen Hundebiss zu erleiden, aus dem Weg und brachte Post nur mehr sporadisch vorbei.

Weil sich ein Briefträger aus dem Bezirk Amstetten nicht dem täglichen Machtkampf mit einem Hund in einem Vorgarten stellen wollte, brachte er die Post nur mehr sporadisch. Das wiederum brachte den Hundebesitzer in Rage, und dieser den Postboten mit einer angedrohten Ohrfeige.

„Das war ein Blödsinn“, bedauert der Angeklagte vor Gericht zutiefst, die bedrohlichen Worte geäußert zu haben.

Von Hundeattacke erzählt der Briefträger vorm Richter. „Er ist mich einmal angesprungen, deshalb habe ich das Haus bei der Postzustellung ausgelassen. Dann ist es mit dem Angeklagten zur Diskussion gekommen.“

Und der Postbote weiters: „Zuerst hab’ ich mir gedacht, dass er mir mit der angedrohten Watschen nur Angst machen will. Dann ist er aber ganz nah zu mir gekommen. Brust an Brust sind wir gestanden. Da hab’ ich das schon sehr ernst genommen.“

Zeugin zeigt sich erschüttert

Dass die Situation bedrohlich war, bestätigt eine Zeugin. „Ich war erschüttert, ich habe den Angeklagten noch nie so aggressiv gesehen“, erzählt diese.

Der Strafrichter schlägt dem bislang Unbescholtenen eine Diversion vor. Kosten für den Prozess sowie für den Rechtsanwalt des Opfers und 300 Euro für erlittene Pein an den Briefträger muss der 49-Jährige berappen, dann kann das Verfahren nach Probezeit von zwei Jahren eingestellt werden. Damit ist der 49-Jährige einverstanden.