Wirtspaar kreativ bei Geldbeschaffung. Finanzielle „Überbrückungshilfen“ habe sich ein Wirteehepaar aus dem Bezirk Gänserndorf auf unlauteren Wegen beschafft.

Erstellt am 29. September 2014 (10:38)
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Staatsanwalt Lambert Schöffmann wirft dem Duo (der 29-jährigen Chefin am Papier und dem 54-Jährigen de facto Geschäftsführer) vor, durch einen vorgetäuschten Einbruch ins Wirtshaus im Sommer 2012 von der Versicherung 34.330 Euro ergaunert zu haben. Ein Jahr darauf habe das Duo dann versucht, mit einem fingierten Raubüberfall und einer Beute (Bargeld und Zigaretten) von 55.000 Euro erneut bei der Versicherung abzukassieren.

Die Eheleute wollen von Versicherungsbetrug und falschen Angaben nichts wissen. Beharrlich beteuert das Paar seine Unschuld, trotz belastender Indizien: Auf dem Klebeband, mit dem die Wirtin gefesselt wurde, fand sich eine Mischspur, in der alle DNA-Merkmale des Gatten vorhanden waren. Auch auf dem Fenster, durch das der vom Raubopfer beteuerte „schwarze Mann“ eingestiegen war, wurde eine Handflächenspur gefunden – die des Gatten. Der mühsame Abtransport der Beute (500 Stangen Zigaretten) wurde von niemandem in der kleinen Ortschaft bemerkt, auch nicht von der Nachbarin, die just zur Tatzeit mit Blick auf das Einbruchsfenster am Heimtrainer radelte.

Richter Manfred Hohenecker verhängt über den vorbestraften Wirt dreieinhalb Jahre Haft. Die Gattin muss sechs Monate hinter Gitter. Nicht rechtskräftig.