Schwere Unwetter hielten die Einsatzkräfte auf Trab. Regen und Sturm nach dem bisher heißesten Tag des Jahres hat am Dienstagabend Feuerwehren in Niederösterreich gefordert.

Von APA, Redaktion. Update am 29. Juli 2020 (12:26)

Prognostizierte Unwetter haben Dienstagabend in Niederösterreich vor allem den Bezirk St. Pölten stark getroffen. Heftige Sturmböen und intensive Niederschläge hatten im Zentralraum 270 Einsätze von über 50 Feuerwehren zur Folge, teilte ein Sprecher mit.

Etwa 100 waren es allein in der Landeshauptstadt, sagte Landes- und Stadtfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner zur APA. Er berichtete u.a. von einem großen Wassereintritt in den Stadtsälen. 

Bis weit nach Mitternacht waren überflutete Keller auszupumpen, nach Hangrutschungen vermurte Straßen zu reinigen und dutzende umgestürzte Bäume zu beseitigen, die auf Strom- und Telefonleitungen, aber auch auf Schienen von Bahnstrecken gekracht waren. Dachziegel von Häusern hatten sich ebenfalls gelöst. In Neulengbach stand ein Keller unter Wasser, in Kirchstetten eine Lagerhalle, in Unter-Oberndorf kam es zu mehreren Überschwemmungen.

Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schröder berichtet: „Kurzzeitig dachten wir, die Welt geht unter. Sechs Disponenten schafften es in der Bezirksalarmzentrale fast nicht mehr, die im Sekundentakt eintreffenden Notrufe abzuarbeiten. Unsere Feuerwehren haben in dieser Nacht wieder einmal ihre Schlagkraft unter Beweis gestellt und unter oft gefährlichen Bedingungen rasch geholfen. Jede einzelne Feuerwehr ist wichtig, nur deshalb können wir hunderte Einsätze fast gleichzeitig bewältigen und niemand muss stundenlang auf Hilfe warten.“

Aufregung herrschte kurzfristig nach einem Notruf aus St. Pölten-Viehofen. Laut einem Anrufer war ein Baum auf ein Auto gestürzt, Insassen seien eingeklemmt. "Zum Glück eine Falschmeldung", berichtete ein Sprecher. Das Auto war leer, wurde jedoch stark beschädigt. Zwei Blitze schlugen in Trafoanlagen ein, daraus resultierende Kleinbrände wurden von der Feuerwehr rasch gelöscht. Verletzt wurde bei den zahlreichen Einsätzen niemand.

Die FF St. Pölten-St. Georgen berichtete, dass innerhalb kürzester Zeit 60 bis 80 Liter pro Quadratmeter niedergegangen seien. "Diese Wassermassen brachten das Kanalsystem an seine Grenzen." Keller, u.a. auch in einem Industriebetrieb, wurden ebenso überflutet wie ein Pferdehof.

Einsatzorte gab es in der Landeshauptstadt selbst. Aber auch in Ober-Grafendorf, Neulengbach, Wilhelmsburg oder Purkersdorf rückten die Helfer aus.

In der Adolf Schärf Strasse in St. Pölten stürzte im Zuge des heftigen Unwetters ein Baum auf Pkws. Verletzt wurde zum Glück niemand.
Einsatzdoku

Auch im Bezirk Melk mussten die Feuerwehren zu mehreren Unwetter-Einsätzen ausrücken - unter anderem in Loosdorf und Ybbs.

Verschlammte Strasse nach Unwetter in Loosdorf
Einsatzdoku

Der Bezirk Tulln wurde nach Feuerwehrangaben ebenfalls noch von den Ausläufern gestreift. 15 Bäume stürzten um.