Projekt "movieHELP": Opfer verständlich informieren . Mit Erklär-Videos informieren das Bundeskriminalamt und die Verbrechensopferhilfe "Weißer Ring" Betroffene von Gewalt.

Erstellt am 09. Oktober 2019 (13:45)
Wohlmann
Raimund Krendl, Leiter des Büros Kriminalprävention und Opferhilfe im Bundeskriminalamt  und Dina Nachbaur, Geschäftsführerin des „Weißen Ring“  stellten  das Projekt „MovieHELP“ im Büro des „Weißen Rings“ in Wien vor.

Opfer verständlich zu informieren – das ist Ziel des Projektes movieHELP. Das Bundeskriminalamt und die Verbrechensopferhilfe "Weißer Ring" produzierten gemeinsam vier Erklär-Videos rund um die Thematik  „Opfer werden kann jede und jeder – Opfer bleiben soll niemand“.

In Österreich gibt es ausgezeichnete Opferrechte. Dennoch nehmen viel zu wenige Betroffene ihre Rechte in Anspruch. Gegen den Informationsmangel gehen Bundeskriminalamt und Verbrechensopferhilfe "Weißer Ring" jetzt gemeinsam vor – auf innovativen Wegen. „Junge Leute halten Google schon für altmodisch. Recherchiert wird auf Youtube“, meint Dina Nachbaur, Geschäftsführerin des "Weißen Rings".

Damit war die Idee geboren, Informationen in bewegten Bildern zu vermitteln. Ob Film, Fernsehen oder Netflix, Videos kommen bei allen gut an. Vier Erklärvideos wurden im Rahmen des Projektes „movieHELP“ produziert und stehen jetzt online zur Verfügung: Das erste zeigt Auswirkungen auf Betroffene von Straftaten, ein zweites erklärt einige Opferrechte, die zur Verfügung stehen. Das dritte Video stellt Unterstützungsmöglichkeiten vor und das vierte informiert auch in österreichischer Gebärdensprache. 

„Selbstverständlich informiert die Polizei bei jeder Anzeigenerstattung über Opferrechte und wo man schnell die passende Unterstützung finden kann. Aber oft kommt die Information nicht an“, weiß Raimund Krendl vom Bundeskriminalamt aus eigener Erfahrung. Grund dafür ist, dass in Ausnahmesituationen neue Informationen nicht wirklich gut verarbeitet werden können. Da hilft die beste Aufklärung nichts, wenn Betroffene traumatisiert sind und der Schock ihnen den Atem nimmt.

Die Videos können immer wieder angesehen werden. Sie machen Mut, Unterstützung zu suchen und zeigen, wo man sie auch finden kann. In einer Minute lässt sich nicht die Welt erklären. Aber es gibt erste zweckdienliche Hinweise, zum Beispiel den Opfer-Notruf 0800 112 112. Dort hört jemand zu und weiß weiter.