Wenn es in Niederösterreich finster wird

Für Spitäler und Einsatzfahrzeuge gibt es im Falle eines Blackouts eine Notversorgung. Die Bevölkerung sollte selbst Vorräte anlegen.

Erstellt am 03. November 2021 | 05:11
Blackout Strom Stromversorgung Stromausfall Symbolbild
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Foto: Von Menna, Shutterstock.com

Finstere Häuser, geschlossene Supermärkte, kein fließendes Wasser: Bei einem Blackout steht das Land still. Das Bundesheer rechnet mit einem solchen plötzlichen überregionalen Stromausfall in den nächsten fünf Jahren. Ursachen können Naturereignisse wie Sturm und Eisregen, Hacker-Angriffe oder Terror sein, heißt es vom überregionalen Stromnetzbetreiber, APG. Doch wie kommt es dazu? Und ist das Land darauf vorbereitet?

Blackout
Quellen: NÖ-Zivilschutzverband, NÖN-Recherche
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Zu Beginn des Jahres ist Europa an einem Blackout nach einem Ausfall in Kroatien haarscharf vorbeigeschrammt. Das Beispiel zeigt, dass im engmaschigen europäischen Stromnetz ein Ausfall weitreichende Folgen haben kann: Fallen Leitungen aus, fließt durch die anderen mehr Strom – Überlastung droht. Die Schwierigkeit ist es, das Ungleichgewicht auszugleichen, damit zu jeder Zeit so viel Strom erzeugt wie verbraucht wird. „Verliert dabei nur ein Land die Kontrolle, können ganze Teile Europas vom Netz fallen“, erklärt EVN-Sprecher Stefan Zach.

Katastrophenschutzplan mit Einsatzorganisationen ausgearbeitet

Gehen die Lichter aus, tritt in NÖ ein Katastrophenschutzplan in Kraft. „Den haben wir mit den Einsatzorganisationen ausgearbeitet“, berichtet Landes-Vize Stephan Pernkopf. „Die Planungen reichen neben Notstrommaßnahmen in Krankenhäusern über die Aufrechterhaltung einer Notkommunikation bis zur Sicherstellung der Mobilität der Blaulichtorganisationen.“ Spitäler, Bezirkshauptmannschaften, das Funknetz und Tankstellen für Einsatzfahrzeuge könnten mit Notstromaggregaten versorgt werden. Um der Situation Herr zu werden, würden die Landeseinsatzleitung und Bezirkseinsatzleitungen einberufen.

Nötig sei es auch, dass jeder selbst vorsorgt. Am wichtigsten ist ein Vorrat an Trinkwasser und haltbaren Lebensmitteln. Um Infos empfangen zu können, sollte man auch ein Radio haben, das ohne Steckdose funktioniert, empfiehlt der Zivilschutzverband.

Im Fall eines Blackouts würden die Stromanbieter daran arbeiten, die Versorgung schnellstmöglich wiederherzustellen. Darauf sieht die EVN Österreich schlecht vorbereitet. Weil sich Erneuerbare Energien für das Wiederhochfahren der Netze nicht eignen, fordert sie Rahmenbedingungen für schnellstartende Gasturbinen. „Damit sollten wir NÖ innerhalb eines Tages wieder versorgen können“, so Zach.

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