Bundesforste an Truppenübungsplatz interessiert. Die Bundesforste sind an der Forst-Bewirtschaftung am Truppenübungsplatz Allentsteig interessiert. In diesem Fall würden sie die dortige Jagd an einen Dritten verpachten.

Erstellt am 28. März 2012 (15:01)
NOEN
Dass es bereits diesbezügliche Absprachen mit den Landesjägern rund um den scheidenden Landesjägermeister Christian Konrad und seinen Nachfolger Josef Pröll gibt, wie kolportiert wird, streiten die Bundesforste allerdings ab.
 
Man sei mit dem Ministerium, das an die Bundesforste herangetreten sei, schon seit zwei Jahren in Kontakt, sagte Bundesforste-Sprecher Bernhard Schragl am Mittwoch. Seitdem haben die Bundesforste den etwa 7.000 Hektar großen Wald am Tüpl begutachtet und festgestellt, dass der Wildstand viel zu hoch sei, so Schragl. Dieser zerstöre nicht nur den Wald, sondern auch die umliegenden Felder, die von Bauern gepachtet sind.
 
Der Truppenübungsplatz ist 15.700 Hektar groß: 7.000 Hektar sind Wald, 3.000 landwirtschaftliche Fläche, der Rest ist Brachland mit Übungsflächen, Schottergruben und dergleichen. Derzeit werden Wald, Jagd und Landwirtschaft von den Heeresforsten verwaltet. Das Ministerium will diese Aufgaben an die Bundesforste übertragen.
 
Die Bundesforste verwalten 860.000 Hektar Fläche, das sind zehn Prozent von ganz Österreich. 11.000 Hektar verwalten sie für Dritte - laut Schragl handelt es sich um rund 30 Kunden. Darunter sind u.a. die Gasteiner Bergbahnen und ein kleiner Truppenübungsplatz in Tirol. Mit Allentsteig würde sich die Fläche, die die Bundesforste für Dritte bewirtschaften, beträchtlich vergrößern.
 
Laut Schragl würden die Bundesforste, wenn sie die Verwaltung in Allentsteig übernehmen, die Jagd wie bei allen anderen Wäldern an einen Dritten verpachten. Die Jagd sei bisher aber kein zentrales Thema gewesen. Darüber sei auch nicht gesprochen worden, anderslautende Gerüchte seien daher "aus der Luft gegriffen". Die eigentliche Herausforderung sei die Verwendung der rund 40 Mitarbeiter der Heeresforste.
 
Was die Bauern betrifft, die eine Erhöhung der Pacht befürchten, meinte Schragl: Die landwirtschaftlichen Flächen seien "nicht Ziel unseres Geschäfts". Die Bundesforste würden sich auf den Wald konzentrieren. Der Ertrag daraus soll so erhöht werden, dass sowohl die Bundesforste als auch das Bundesheer davon profitieren.
 
Das Militär befürchtet allerdings, dass eine solche Ertragsmaximierung unweigerlich zu Einschränkungen der militärischen Nutzung führen würde. Schragl wollte darauf nicht näher eingehen. Zuerst müsste das Ministerium eine Entscheidung treffen, dann werde man über alles weitere reden.