Coronakrise: Tipps des Rot-Kreuz-Chefpsychologen. Cornel Binder-Krieglstein ist Chefpsychologe des Roten Kreuzes Niederösterreich.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 25. April 2020 (06:40)
Cornel Binder-Krieglstein
RK NÖ/M. Hechenberger

In der aktuellen Situation unterliegen wir alle strengen Vorgaben – Ausgangsbeschränkungen bis hin zur häuslichen Isolation oder Quarantäne stellen Menschen vor ungewohnte, neue Herausforderungen.

Die gewohnte Art des „Miteinanders“ ist plötzlich anders geworden. Verhaltensmaßnahmen und Strategien helfen uns, sicher durch diese schwierige Zeit zu kommen.

Dabei gilt aber vor allem eines: jeder Mensch ist anders – daher muss jeder für sich entscheiden, welche Empfehlungen er für sich selbst umsetzen kann und will. Dazu zählen bereits allgemeine Tipps wie:

  • eine Tagesstruktur einhalten
  • den Tag möglichst genau planen
  • Medien bewusst und gezielt konsumieren
  • sich auf die eigenen Stärken besinnen
  • Bewegung wirkt Wunder – psychisch wie physisch
  • Familie und Freunde geben Kraft – via Telefon soziale Kontakte pflegen

Vor allem aber sind es neben Ängsten, Sorgen oder auch Langeweile zwei Themen, die uns klar werden müssen: räumliche Enge, fehlende Rückzugsmöglichkeiten und der Mangel an Intimität können zum Auftreten von Konflikten bis hin zu Gewaltanwendung führen. Ärger sollte beispielsweise ausgesprochen werden, bevor es zu einer Eskalation kommen kann. Auch kann in der Familie ein „Mini-Krisenstab“ eingerichtet werden, um zeitgerecht Themen aufzuarbeiten.

Aber eines muss in jedem Fall klar sein: Holen Sie sich Hilfe, wenn Konflikte nicht gelöst werden können. Und vor allem: Holen Sie sich rechtzeitig Hilfe, wenn Sie fürchten, dass es zu Eskalationen von Aggression und Gewalt kommt. Sie müssen nicht alles selbst lösen (können). Es gibt – auch und gerade jetzt – Experten, die helfen können.

Hier finden Sie Hilfe: