Jeder Fünfte ist in Niederösterreich nicht geimpft

In Scheibbs und Waidhofen/Ybbs ist Impfquote am geringsten. Vor Pflicht kommt „Einladung“. Lage entspannt sich.

Erstellt am 08. Dezember 2021 | 05:47
Lesezeit: 2 Min
Impfzaheln je Bezirk. Zahlen: Stand Montag.
Impfzaheln je Bezirk. Zahlen: Stand Montag.
Foto: Quelle: Notruf NÖ; Hintergrund: pozzipool/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Gastegger

Seit Wochenbeginn ist ein erster Gesetzesentwurf der Bundesregierung für die geplante Impfpflicht aufgetaucht. Demnach soll diese ab 1. Februar 2022 für alle Österreicherinnen und Österreicher gelten. Ausgenommen sind nur Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren, Genesene (sechs Monate nach dem positiven Test), Schwangere und jene, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden sollen.

Alle ungeimpften Personen sollen ab 15. Februar schriftlich zum Impfen aufgefordert werden. Ab 15. März drohen Verweigerern Strafen von bis zu 600 Euro alle drei Monate. Grund genug für die NÖN, sich die Impfstatistik im Land genauer anzusehen.

Potenziell betreffen könnten die Sanktionen maximal 23 Prozent der impfbaren Bevölkerung in NÖ. Sie sind noch nicht geimpft – unter ihnen befinden sich jedoch auch Kinder oder Schwangere. 73 Prozent sind hingegen doppelt geimpft. Vier Prozent einmal. Den dritten Stich haben 44 Prozent der über 18-Jährigen. Die höchste Impfquote gibt es in NÖ mit 79 Prozent in den Bezirken Mödling, Mistelbach und Tulln. Viele Impfmuffel leben im Mostviertel: Mit 65 Prozent ist die Quote im Bezirk Scheibbs am niedrigsten, gefolgt von Waidhofen/Ybbs mit 66 Prozent.

Nach wie vor sind unter den jüngeren weniger Menschen geimpft als bei den älteren Menschen. In der Altersgruppe der 12- bis 19-Jährigen haben bisher 62 Prozent die Spritze bekommen. Von den Unter-12-Jährigen, für die die Impfung offiziell erst seit Ende November zugelassen ist, sind in NÖ bisher 16.200 geimpft – knapp 2 Prozent. 6.000 Kinder haben ihre Dosis schon bekommen, bevor die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) grünes Licht dafür gegeben hat.

Impf-Einladungen an bis zu 200.000 Niederösterreicher verschickt

Zurzeit werden die Kinder mit einer geringeren Dosis des normalen BioNTech/Pfizer-Impfstoffes geimpft. Ab Mitte Dezember sollen eigene Fläschchen der Kinder-Vakzine in NÖ ankommen. Von der Wirksamkeit der Impfung auch für die Jüngsten ist Virologin Christina Nicolodi aus Laxenburg überzeugt: „Eine positive Bewertung durch die EMA hätte es nicht gegeben, wenn das Risiko/Nutzen-Verhältnis nicht zugunsten des Nutzens ausgefallen wäre.“ Sie weist darauf hin, dass die Infektionszahlen bei Kindern zwischen fünf und 12 Jahren signifikant zunehmen.

Bevor im neuen Jahr die Impfpflicht schlagend wird, versucht man es nun noch einmal mit „Einladungen“, wie Landes-Vize Stephan Pernkopf (ÖVP) und Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) betonen: Ab Donnerstag werden an 180.000 bis 200.000 Landsleute Briefe verschickt. Darin erhalten sie einen persönlichen Termin, an dem sie sich ihren Stich abholen sollen. Ist das nicht möglich, können sie sich auch ein anderes Datum in einem der Impfzentren oder bei einem Arzt über www.impfung.at ausmachen. Während dort aufgrund der Drittimpfungen auf Hochtouren gearbeitet wird, gibt es bei den Erstimpfungen eine Stagnation. Pro Tag werden 800 Erststiche gesetzt.

Höchststand bei Intensivpatienten erreicht

Insgesamt entspannt sich die Corona-Lage in NÖ langsam. Mit 109 Corona-Intensivpatienten sieht Pernkopf den Höchststand „wahrscheinlich erreicht“. Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei etwas über 500. Vor dem Lockdown gab es mehr als 2.000 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Zahlen: Stand Montag

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