Langes Warten auf den Piks in NÖ Impfstraßen. Impf-Startschuss fiel an 19 Standorten in Niederösterreich. 10.000 Leute wurden geimpft. Hunderte standen im „Stau“.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 23. März 2021 (11:38)
Geduld brauchten Ältere und Risikopatienten in Klosterneuburg. Sie mussten bis zu zwei Stunden vor der Impfstraße warten.
Hornstein

Eine Überdosis Geduld benötigten viele Impf-Willige am Wochenende. Vor den Impfstraßen, die an 19 Standorten in Niederösterreich am Samstag ihren Betrieb aufnahmen, bildeten sich zum Teil meterlange Warteschlangen. Beispiele sind Klosterneuburg oder Mödling. Viele ältere Menschen und Risikopatienten standen dort lange in der Kälte, bevor sie ihre Spritze erhielten. Zurückzuführen ist das Chaos, das zahlreiche NÖN-Leser beklagten, wie man beim Roten Kreuz und Notruf NÖ erklärt, auf Lieferverzögerungen des Herstellers AstraZeneca. Das machte den Umstieg auf andere Vakzine und das Zusammenlegen von Terminen notwendig.

Insgesamt wurden an den öffentlichen Impfstellen, von denen es in den nächsten Wochen schon 40 geben soll, am Wochenende knapp 10.000 Menschen geimpft. Andere Niederösterreicher bekommen zurzeit bei 475 niedergelassenen Ärzten die Spritze.

Zumindest, was die Verfügbarkeit der Termine betrifft, brachten die vergangenen Tage für sie gute Neuigkeiten: Für die kommenden Wochen sind die Impftermine in Niederösterreich gesichert. Diese Gewissheit lieferte die Ankündigung der Europäischen Arzneimittelagentur. Sie prüfte nach mehreren Blutgerinnselfällen nach Impfungen noch einmal die Sicherheit des britisch-schwedischen Herstellers. Und gab grünes Licht.

Vergeben wurden in Niederösterreich mittlerweile über 300.000 Impftermine. Am Freitag fiel der Startschuss für die Anmeldung der nächsten Alterskohorte. An der Reihe sind nun die 72- bis 79-Jährigen. 67.000 Menschen aus dieser Gruppe buchten bis zu Redaktionsschluss bereits einen Termin. Weitere waren noch frei. Nach und nach soll das Mindestalter nun heruntergesetzt werden. Diesen Freitag entweder bis 65 oder 67.

Ende April sollen 24 Prozent geimpft sein

Die gebuchten Termine reichen mittlerweile bis 24. April. Zu diesem „Stichtag“ sollen dann 24 Prozent der impfbaren NÖ-Bevölkerung ihre erste Dosis des Corona-Impfstoffes erhalten haben.

Der Plan für die Wochen danach ist, laut Notruf-NÖ-Sprecher Stefan Spielbichler, weiter aufrecht: Bis Ende des Sommers sollen alle, die wollen, geimpft werden. „Jeder Geimpfte mehr ist ein potenzieller Patient weniger“, betonten die Landesräte Stephan Pernkopf (ÖVP) und Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) die Wichtigkeit der Corona-Impfung.

NÖ will beim Impfen der Alten aufholen

Aufholen will Niederösterreich in den kommenden Wochen bei den alten Menschen. Hier hinkte das Land bisher hinterher und kassierte dafür Kritik. Grund dafür ist, laut Notruf NÖ, der geringe Anteil an Menschen in Pflegeheimen. Nach denen richteten sich die Impfstoff-Lieferungen in den ersten Wochen. Mittlerweile haben jedoch 81 Prozent der Über-80-Jährigen zumindest einen Termin für ihren „Stichtag“. Bei den 70- bis 79-Jährigen ist es knapp über die Hälfte.

In den Pflegeheimen sind mittlerweile 79 Prozent der Bewohner geimpft. Bei den Mitarbeitern 66 Prozent. Das macht sich auch in den Infektionszahlen bemerkbar: Die seien, laut Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP), stark zurückgegangen. Seniorenvertreter fordern daher nun Lockerungen bei Besuchsregeln. Bei der Landesgesundheitsagentur gibt man sich, was Lockerungen betrifft, aber noch abwartend: „Wir setzen die Regeln des Bundes um“, heißt es dort nur.