Am Montag werden 24-Stunden-Betreuer eingeflogen. Um die Versorgung zu sichern, holt die Fachgruppe Personenbetreuung NÖ 281 Betreuer nach Österreich und organisiert die Quarantäne-Zeit, damit sie nach Ostern zur Verfügung stehen.

Von Christine Haiderer. Update am 27. März 2020 (13:00)
Symbolbild
Alexander Raths/Shutterstock.com

Robert Pozdena, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung der Wirtschaftskammer NÖ.
WKNÖ

„Es gibt keinen Betreuungsnotstand“, beruhigt Robert Pozdena, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung der Wirtschaftskammer NÖ. „Viele Betreuer bleiben bei ihren Familien“, erzählt er.

Viele haben ihre eigentlich geplante Zeit verlängert. „Nach wie vor können wir Niederösterreich flächendeckend mit 24-Betreuern versorgen.“ Damit das aber auch so bleibt, dazu hat er in den vergangenen Wochen mehrere Maßnahmen ins Rollen gebracht.

Denn: Die Grenzen zu vielen Ländern sind dicht. Manche Betreuer wollen in diesen Krisenzeiten zu ihren eigenen Familien. Und: Nicht immer kann die Familie des Betreuten sich um ihn kümmern, sofern überhaupt eine Familie da ist.

Flug, Quarantäne und bereit fürs System

Daher werden nun 281 Betreuer in Abstimmung mit dem Außenminister, der Polizei und vielen weiteren Stellen nach Österreich geholt. Am Montag landen dank einer Sondergenehmigung zwei Charterflüge von Austrian aus Sofia und Temeswar in Österreich mit Betreuern an Bord. Diese werden in ein Hotel gebracht, wo sie zwei Wochen lang in Quarantäne bleiben, um die aktuellen Einreisebestimmungen zu erfüllen.

Die Kosten fürs Hotel übernimmt die Wirtschaftskammer. Nach 14 Tagen, also nach Ostern - „Wir gehen davon aus, dass nach den Osterferien einige abreisen werden“, so Pozdena - werden die Personenbetreuer dann bereit fürs System und für Familien sein, in denen Bedarf besteht.

Und: Weitere Maßnahmen 

Außerdem: „Wir arbeiten an einem Bonussystem für Personenbetreuer. Jene, die länger geblieben sind, sollen belohnt werden.“ Für 24-Stunden-Betreuer gibt es über die Fachgruppe zudem auch Schutzmasken und Desinfektionsmittel.

Mit dem Land NÖ ist man in Kontakt, um weitere Möglichkeiten zur Betreuung zu schaffen. Und: Geplant ist  eine Quarantäne-Einrichtung für Personenbetreuer, die an Covid-19 erkranken sowie einen Bereich, in dem Verdachtsfälle bleiben können.

„Wir werden in Niederösterreich als Erster darauf vorbereitet sein", betont Pozdena, der selbst mit seiner Frau Angelika eine Vermittlungsagentur leitet. 

Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister
Philipp Monihart

Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister ergänzt: „Für mich ist ganz klar vorrangig, dass wir auch in Krisenzeiten unseren Pflegebedürftigen bestmögliche Betreuung und Pflege zukommen lassen können. Gemeinsam mit dem Bund haben wir uns daher auf ein entsprechendes Maßnahmenpaket geeinigt, um auch mögliche Notsituationen in diesem Bereich abzuwenden, sei es im Krankheitsfall von Betreuungspersonen oder beim Ausfall ausländischer Pflegekräfte.“

NÖ Pflegehotline hilft weiter

Mit all diesen Maßnahmen sollen nicht nur Menschen unterstützt werden, die ihre Personenbetreuer über eine Vermittlungsagentur haben. Geholfen werden sollen auch jenen, die Betreuer ohne Agentur haben und Unterstützung benötigen. Familien, die Hilfe brauchen, können sich an die NÖ Pflegehotline wenden.

„Mit ihrem kostenlosen Betreuungsangebot soll die NÖ Pflege-Hotline des Landes Niederösterreich unter 02742/9005-9095 für Anfragen, Auskünfte und Weitervermittlung erste Anlaufstelle sein“, so Teschl-Hofmeister. 

Erreichbar ist die Pflegehotline von Montag bis Sonntag in der Zeit von 8 bis 18 Uhr.

http://www.noe.gv.at/noe/Pflege/Pflegehotline.html