NÖ will weitere Bettenkapazitäten in Spitälern schaffen. Angesichts der Entwicklung rund um das Coronavirus sollen in Niederösterreichs Krankenhäusern in den kommenden Tagen weitere Bettenkapazitäten geschaffen werden. Wie LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) am Freitag mitteilte, seien derzeit 266 an Covid-19 erkrankte Personen hospitalisiert.

Von APA / NÖN.at Erstellt am 30. Oktober 2020 (13:52)
Symbolbild
APA (PID/Wache)

Der Höchststand während der sogenannten ersten Welle hatte bei 217 gelegen. Die Zahl der Intensivpatienten habe sich in den Landeskliniken innerhalb der abgelaufenen Woche von 23 auf 46 verdoppelt.

"Wir gehen mit klarem Plan vor und müssen immer einen Schritt voraus sein", sagte Pernkopf zur weiteren Definierung von Bettenkapazitäten. In den vergangenen Monaten seien auch zusätzliche Beatmungsgeräte beschafft worden, der "limitierende Faktor" sei aber "natürlich das ausgebildete Spezialpersonal". Die durchschnittliche Verweildauer von Corona-Patienten auf Intensivstationen liege derzeit bei zwölfeinhalb Tagen, es gebe allerdings auch langwierige, mehrere Wochen dauernde Verläufe. "Wir haben es hier mit einer absolut schweren Krankheit zu tun," hob Pernkopf hervor.

Gemeinsam mit Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) sprach der ÖVP-Politiker auch eine anstehende bundesweite Änderung der Quarantäne-Zeit für Angehörige an. Galt bisher die Regelung, dass nicht infizierte Familienmitglieder insgesamt zwanzig Tage in Quarantäne mussten (zehn Tage Isolation des Covid-Falles plus zehn weitere Tage Quarantäne des Haushaltsmitglieds), so soll diese Zeitspanne nach Beratung mit Experten nun auf insgesamt 14 Tage (zehn plus vier) reduziert werden. Die diesbezüglichen Vorgaben des Bundes wurden für die kommenden Tage erwartet.

Angesichts der erwartbaren weiteren Eindämmungs-Maßnahmen verwies Königsberger-Ludwig auf die laufenden bzw. angekündigten Gespräche der Bundesregierung mit den Ländern, Parteienvertretern und Sozialpartner. "Ich begrüße diesen nationalen Schulterschluss zur Bekämpfung der Pandemie", bekräftigte die SPÖ-Politikerin.

Gefallen ist bereits am Donnerstag die Entscheidung der Corona-Ampel-Kommission. Niederösterreich glüht weitgehend in Rot, nur die Bezirke Hollabrunn, Horn, Mistelbach und Scheibbs wurden Orange eingestuft. Direkt von Grün auf Rot geschaltet wurde Waidhofen a. d. Ybbs. Dies stelle eine "große Herausforderung dar", betonte Werner Krammer (ÖVP), der Bürgermeister der Statutarstadt, in einer Aussendung. Dennoch sei er zuversichtlich, "dass wir auch diese Hürde gut meistern werden".