Das Land ist wieder zugesperrt. Geschlossene Schulen und Geschäfte sowie Ausgangsbeschränkung: Diese Regeln gelten seit Dienstag:

Von Lisa Röhrer und Walter Fahrnberger. Erstellt am 17. November 2020 (07:06)
Die meisten Klassenzimmer sind nun wieder leer. Schüler haben
Heimunterricht.
APA

Zuhause bleiben und persönliche Kontakte meiden: seit Dienstag ist das wieder oberste Regel, und zwar 24 Stunden am Tag. Nachdem der Soft-Lockdown nichts an den hohen Infektionszahlen geändert hatte, wurde das öffentliche Leben erneut gänzlich heruntergefahren. In Niederösterreich sind aktuell über 16.000 Menschen aktiv mit dem Coronavirus infiziert. Über 600 davon müssen im Spital behandelt werden.

Die Intensiv-Betten sind hierzulande mittlerweile zu über 40 Prozent belegt (Stand 16. November). Um die Infektionszahlen zu senken und „einen Kollaps des Gesundheitssystems“ zu verhindern, gelten nun folgende Maßnahmen bis inklusive 6. Dezember:

Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen:

Als oberste Regel betont Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), soziale Kontakte in den nächsten Wochen zu unterlassen. Außer die Menschen, mit denen man im selben Haushalt lebt, soll man möglichst niemanden persönlich treffen. Für Personen, die alleine leben, empfiehlt die Regierung, nur eine (oder wenige) Bezugsperson(en) zu definieren, mit der oder denen physischer Kontakt gehalten wird.

Besuche bei Freunden sind grundsätzlich untersagt, da das Haus nur aus definierten Gründen verlassen werden darf. Ansonsten gelten die Ausgangsbeschränkungen nun wieder rund um die Uhr – nicht wie in den vergangenen Wochen nur zwischen 20 und 6 Uhr. Die Ausnahmegründe, das Haus zu verlassen, sind noch aus dem Frühjahr bekannt: Ausübung von beruflichen Zwecken und Ausbildungen, Versorgung mit Grundgütern des täglichen Lebens und Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen, Betreuung bzw. Hilfeleistung für unterstützungsbedürftige Personen sowie die Ausübung familiärer Rechte und Erfüllung familiärer Pflichten, körperliche und psychische Erholung sowie Abwendung von unmittelbaren Gefahren für Leib, Leben und Eigentum.

Schulschließungen:

Zurück im Heimunterricht sind seit Dienstag alle Kinder und Jugendlichen – nicht nur die Schüler der Oberstufe sowie Studierende. In NÖ sprachen sich in den vergangenen Tagen alle Parteien geschlossen gegen Schulschließungen aus. Nun bleiben die Bildungsstätten sowie Kindergärten dennoch zu. In den Schulen soll möglichst kein neuer Stoff gemacht werden. Schularbeiten werden keine abgehalten. Für alle, die sie benötigen, soll weiter Betreuung angeboten werden. Ersten Meldungen zufolge werden mehr Eltern das Betreuungsangebot für ihre Kinder annehmen als noch im Frühjahr.

Der Handel macht dicht:

Die Weihnachtseinkäufe müssen noch einige Wochen warten. Alle Geschäfte mussten ihre Jalousien herunterfahren. Der Handel bleibt geschlossen. Ebenso alle „körpernahen“ Dienstleistungen – also Friseure, Kosmetikstudios oder Ähnliches. Weiter offen halten dürfen Supermärkte sowie der Gesundheitsbereich, der Agrar- und Tierfutterhandel, Tankstellen, Banken, Post, Handyshops, Trafiken, Abfallentsorger, Putzereien und Werkstätten.

Gastro bleibt zu:

Alle Lokale bleiben geschlossen. Eine Abholung von Speisen und Getränken zwischen 6 und 19 Uhr ist weiter möglich.

Sportstätten haben geschlossen:

Das Betreten von Sportstätten wie Fitnessstudios ist für Hobbysportler untersagt – outdoor wie indoor. Individualsport im Freien ist weiterhin möglich. Für eine Wanderung oder Skitour etwa ist es auch erlaubt, woanders hinzufahren. Spielplätze sollen geöffnet bleiben. Allerdings gilt hier – wie überall im öffentlichen Raum – die 1-Meter-Abstandsregel. Kontaktsportarten wie Fußball oder Basketball sind auch im Freien untersagt.

Kirche setzt Gottesdienste aus:

Öffentliche Gottesdienste setzt die katholische Kirche in den kommenden Wochen aus. Für das persönliche Gebet sollen Kirchen aber offenbleiben. Begräbnisse finden mit maximal 50 Teilnehmern statt.

Öffis fahren weiter:

Der Nahverkehr fährt weiterhin nach dem normalen Fahrplan. Auf der Weststrecke fährt der Railjet Xpress ebenfalls weiterhin im Stundentakt. Die Railjets zwischen Wien und Salzburg wurden jedoch auf einen Zwei-Stunden-Takt reduziert. In privaten Pkws oder Taxis dürfen maximal zwei Personen pro Sitzreihe befördert werden, sofern diese nicht im selben Haushalt leben. Zudem ist Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Arztpraxen haben weiter offen:

Weiterhin offen haben die Hausärzte sowie Tierärzte im Land. Es wird aber unbedingt um die Einhaltung der Covid-19-Maßnahmen ersucht.

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