„Das war schon sehr dringend!“. FF-Einsatz in Slowenien | Am 3. Februar sind 120 Feuerwehrleute aus NÖ aufgebrochen, um das Land wieder mit Strom zu versorgen.

Von Eva Hinterer und Mario Kern. Erstellt am 17. Februar 2014 (23:59)
NOEN, Max Ovecka/FF St. Pölten
Die Abordnung aus Niederösterreich trifft im Stützpunkt Logatec ein.
Von Eva Hinterer und Mario Kern

Kein Strom. In 120.000 Haushalten ist es kalt und finster. So präsentierte sich die Situation im südwestlichen Slowenien am 3. Februar, als rund 120 Feuerwehrmänner aus Niederösterreich dort eintrafen. Auf Ersuchen der slowenischen Regierung: Vier Tage lang waren die Menschen in der Region da bereits ohne Strom. Grund war eine zentimeterdicke Eisdecke, die sich in der bitteren Kälte über das Land gelegt hatte, Bäume und Strommasten knickten.

Schon am ersten Tag konnte die Ortschaft Vitanje im Südwesten des Landes wieder mit Energie versorgt werden, ebenso wie das Krankenhaus in Postojna, 25.000 Menschen waren vorerst wieder im Warmen. Bereitschaftskommandant ist Max Ovecka, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr St. Pölten: „Die Menschen hier sind erstaunt, dass so viele freiwillige Helfer gekommen sind. Der Einsatz war sehr dringend!“

Satellitenanlagen für Kommunikation errichtet

Die Einsatzkräfte arbeiten im Dreitages-Schichtbetrieb: „So können sich die einen erholen, die anderen bleiben, um die frisch Angereisten zu schulen.“ War der Hilfsdienst im Nachbarland anfangs nur für 72 Stunden ausgerichtet, sieht es derzeit danach aus, dass die freiwilligen Helfer bis zu drei Wochen in Slowenien stationiert sind. Max Ovecka selbst war in der Vorwoche für drei Tage zurück in St. Pölten, um die weitere Vorgangsweise und den personellen Nachschub für Slowenien zu koordinieren. Am Sonntag brach er wieder nach Logatec auf, wo die Einsatzzentrale stationiert ist. Hier wurden Satellitenanlagen errichtet, um die Kommunikation zu gewährleisten.

7.500 Liter Diesel selbst mitgebracht

Ovecka und seine Kollegen werden vor Ort mit Essen versorgt, sind in einem Zivilschutzzentrum untergebracht. „Teilweise schlafen einige von uns in den Autos, damit keine unnötige Zeit verstreicht, wenn einmal ein Aggregat ausfallen sollte.“

Der Diesel für die Stromaggregate kommt von den slowenischen Behörden, 7.500 Liter haben die Niederösterreicher selbst mitgebracht. Mit der örtlichen Feuerwehr arbeite man gut zusammen. „Die Dankbarkeit und Gastfreundschaft der Leute ist ein Wahnsinn“, so Opecka. Wolfgang Stöbl aus Brunn/ Gebirge war im Bergdorf Zavodnje im Einsatz. Bei einem Milchbauern konnte er mit seinen Kameraden in letzter Minute die Heizung wieder zum Laufen bringen: Die 40 Kühe des Bauern standen kurz vor dem Erfrieren.



FF NÖ im Einsatz
• 170 Mann aus allen NÖ-Bezirken sind im Slowenien-Einsatz.
•  Sie betreiben 27 Notstromaggregate (3 davon aus Salzburg).
• Auch Wehren aus Deutschland und Tschechien helfen.
• Auslandseinsätze der FF NÖ gab es beim Erdbeben 1976 in Friaul, 2005 beim Hochwasser in Rumänien, 2007 bei einem Waldbrand in Mazedonien (fachliche Beratung).
• 2005 waren die NÖ Feuerwehren bei der Schneekatastrophe in Tirol (Ischgl) im Einsatz.