Der Glaube an den großen Gewinn. „Ich habe geglaubt, dass der große Gewinn kommt!“, sagt eine 55-Jährige. Wegen ihrer Neigung zum Glücksspiel schlitterte die Pensionistin ins Kriminal, prellte ihren Arbeitgeber um rund 3,8 Millionen Euro.

Erstellt am 27. März 2014 (09:00)
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Sechs Jahre lang langte die Angeklagte bei einem St. Pöltner Unternehmen zu. Für die Buchhalterin aus dem Bezirk Melk war das ein Leichtes, sie hatte als Einzige Zugriff zum Verrechnungssystem. So floss das Geld ihres Arbeitgebers lange unbemerkt auf ihr eigenes Konto. Auch ihre Schulden beim Finanzamt – rund 370.000 Euro – berappte sie auf Kosten des Opfers und verprasste 1,5 Millionen beim Spielen im Internet.

Als die Angeklagte im Krankenstand war, flogen die Malversationen auf. Ein Gutachter attestiert der Frau Spielsucht. Ihr Ehemann habe von den Aktionen seiner Frau nichts bemerkt, erklärt er vor Richter Slawomir Wiaderek am Landesgericht St. Pölten.

Wegen des Verbrechens der Untreue muss die Pensionistin jetzt dreieinhalb Jahre hinter schwedische Gardinen. „Sie hätten weitergemacht, wenn es nicht aufgeflogen wäre!“, wettert der Richter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.