„Der räumt mich jetzt von der Straße“. Rowdy / Rüpelhaft verhielt sich ein 21-Jähriger im Straßenverkehr, aus Ärger lenkte er sein Auto gegen einen Pkw. Urteil: fünf Monate bedingt.

Erstellt am 01. Juli 2013 (09:00)
Von Claudia Stöcklöcker

„Sie haben mehr Glück als Verstand gehabt!“ Eine Staatsanwältin wettert im Prozess am Landesgericht St. Pölten, auf der Anklagebank sitzt ein Verkehrsrowdy. Absichtlich soll der Erlauftaler (Bezirk Scheibbs) sein Auto in einen Pkw gelenkt haben. Versuchte Nötigung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit werden dem 21-Jährigen daher vorgeworfen.

„Das war ein Terrorakt, wir haben gezittert wie Espenlaub“, sagt die betroffene Lenkerin. Am 9. Dezember letzten Jahres war die 51-Jährige aus dem Bezirk Scheibbs mit drei Autostoppern kurz nach Mitternacht auf der B 25 unterwegs. In Wieselburg traf sie auf den 21-Jährigen.

„Wir sind bei einer Ampel gestanden. Er ist rasant vor mir weggefahren. Dann hat er grundlos heruntergebremst, von 60 km/h auf fast Stillstand. Das hat er öfters gemacht, ich musste voll bremsen. Am Ortsende hat er das Fenster runtergekurbelt, mir den Finger gezeigt. 30 km/h ist er dann im Freilandgebiet weitergefahren, da wollt’ ich überholen, er ist aufs Gas gestiegen.“ Beim nächsten Überholvorgang touchierte der 21-Jährige mit seinem Audi A3 den Mazda der 51-Jährigen. „Mag es kosten, was es wolle, der räumt mich jetzt von der Straße, hab’ ich gedacht und hab’ wirklich Gas gegeben, um der Situation zu entfliehen.“ Schluss war damit aber nicht.

In einer Parkbucht bei Schauboden blieb die Lenkerin stehen, auch der 21-Jährige bremste sich ein. „Er ist auf uns zugelaufen, wollte Türen aufreißen, ich hab’ sie verschlossen. Wir hatten pure Angst und sind zur Polizei“, sagt die Frau.

Er habe sich geärgert, sagt der Angeklagte: „Sie ist mir ziemlich draufgefahren, ich hab’ dann überreagiert.“ Von „besonderer Rücksichtslosigkeit“ spricht Richterin Doris Wais-Pfeffer und verhängt fünf Monate bedingt. Nicht rechtskräftig.