Die meisten Geisterfahrer waren 2020 in NÖ unterwegs. Die meisten Geisterfahrermeldungen im Jahr 2020 gingen zwar in Niederösterreich ein. Gleichzeitig verzeichnet das größte Bundesland aber auch den stärksten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.

Von Michael Chudik. Erstellt am 28. Januar 2021 (11:09)
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Seit Beginn der Corona-Pandemie ist nicht nur die Zahl an Lenkern auf den Straßen generell, sondern auch jene der Geisterfahrer stark gesunken. 346 Mal wurde via Ö3 vor Geisterfahrern gewarnt, das sind 71 Meldungen weniger als im Jahr 2019 (417 Meldungen) und damit ein Rückgang von über 17 Prozent.

Die meisten Meldungen entfallen dabei auf Niederösterreich. Hier wurde 67 Mal vor Lenkern auf der falschen Richtungsfahrbahn gewarnt. Niederösterreich ist aber auch jenes Bundesland, wo mit 34 Prozent der Rückgang an Geisterfahrern im Vergleich zum Vorjahr (101 Meldungen) am stärksten ist. Trotz Pandemie ist die Zahl der Geisterfahrer nicht österreichweit gesunken. In drei Bundesländern ist die Zahl gestiegen, am stärksten in Vorarlberg (+110 Prozent).

Starker Anstieg im Raum Wiener Neustadt

Die meisten Warnungen – wie im Vorjahr – gab es auf der Südautobahn (A2). 68 Mal wurde im Jahr 2020 auf der Strecke von Wien nach Kärnten vor Falschfahrern gewarnt.

Zwölf davon entfallen auf die Teilstrecke zwischen Baden und Grimmenstein. Dort wurde um acht Mal häufiger vor Geisterfahrer gewarnt als im Jahr zuvor. Das ist österreichweit der größte Anstieg.

Erstmals seit 2015 kein Todesfall

Nach Angaben des Innenministeriums kam es 2020 zu sieben Unfällen, an denen Geisterfahrer beteiligt waren. Ein Unfall hatte einen Personenschaden zur Folge, wo eine Person leicht verletzt wurde. Erfreulich: Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen gibt es keine Schwerverletzte bei einem Unfall mit Geisterfahrern und erstmals seit 2015 gibt es keinen Toten.

Meiste Meldungen im Oktober

Der stärkste Geisterfahrer-Monat war der Oktober mit insgesamt 43 Meldungen. Die wenigsten Meldungen und gleichzeitig den stärksten Rückgang verzeichnete der April. Hier wurden 15 Warnungen registriert. Das sind um 25 Meldungen oder rund 63 Prozent weniger als im Jahr 2019 (40 Meldungen).